10.02.2018

Aschermittwoch der Frauen

„Mehr in uns hineinhören"

Der Aschermittwoch der Frauen hat im Bistum eine Tradition. Zum 25. Mal findet er in der Grafschaft Bentheim statt. Mechthild Schwank von der Frauengemeinschaft erzählt, warum das Treffen für sie etwas Besonderes ist.

Mechthild Schwank freut sich auf den Aschermittwoch der
Frauen. | Foto: privat

Das Thema beim Aschermittwoch der Frauen heißt in diesem Jahr „überSINNlich“. Was ist damit gemeint?

Das klingt schon etwas unkonventionell – stimmt. Der Titel will ganz bewusst mit verschiedenen Ideen zum Thema der fünf Sinne spielen: Hören, Riechen, Schmecken, Sehen und Fühlen. Zusätzlich geht es auch noch um den Gleichgewichtssinn. Im Alltag müssen wir ja immer alle unsere Sinne beisammenhaben, da müssen wir einfach oft funktionieren. Bei unserem Aschermittwoch dürfen wir uns auf unsere Sinne besinnen – für einen Moment vielleicht nur mal etwas hören oder nur etwas sehen und dann still werden. Wenn wir zum Beispiel in der Fastenzeit auf etwas verzichten, Fernsehen oder Süßes, werden dadurch andere Sinne angesprochen und man konzentriert sich mehr auf sich selbst. Die bevorstehende Fastenzeit gibt uns Gelegenheit, mehr in uns hineinzuhören und selbst zu bestimmen, worauf wir uns besinnen wollen.

Was passiert bei so einem Aschermittwoch der Frauen?

Wir beginnen unseren Nachmittag immer mit einem kurzen Begrüßungskaffee und schauen uns dann eine Bibelstelle genauer an. Jede Frau sucht sich ein Wort oder einen Satz daraus, der für sie eine besondere Bedeutung hat. Wer möchte, kann dazu etwas sagen oder ihre Gedanken aufschreiben. Oft basteln oder malen wir auch zu dem Thema, manchmal gibt es einen meditativen Tanz und natürlich singen wir viel. Zum Abend gibt es eine kleine Wort-Gottes-Feier, bei der sich die Frauen gegenseitig das Aschekreuz auf die Stirn zeichnen und einen Segen wünschen. Das ist für uns alle immer ein besonderer Moment. Und zum Schluss gibt es ein einfaches Abendessen mit Tee und Käsebroten.

Und was erwartet die Frauen jetzt am 14. Februar in der St.-Antonius-Kirche in Lohne?

Ganz so viel wollen wir vorher natürlich noch nicht verraten. Wir stellen mehrere Bibeltexte in den Mittelpunkt und wir wollen alle fünf Sinne ansprechen. Damit es nicht zu textlastig und zu anstrengend wird, wollen wir in diesem Jahr ganz viel singen und auch zusammen kreativ arbeiten. Und es gibt noch eine Anregung zum Gleichgewichtssinn, der alles zusammenhält. Vielleicht wie das Kreuz, denn das macht uns zu mehr, das verbindet uns.

Seit wann gibt es den Aschermittwoch der Frauen schon in der Grafschaft Bentheim?

In diesem Jahr gibt es den seit genau 25 Jahren. Zuerst haben sich die Frauen immer im Kloster Frenswegen bei Nordhorn getroffen. Seit mehreren Jahren findet der Nachmittag in wechselnden Kirchen im ganzen Dekanat statt, jetzt eben in der Kirche in Lohne. Drei Frauen bereiten das Treffen vor:  Luise Revermann, Hilde Ziencziek und Hedwig Lammen, für die Musik sorgt Edith Egbers. Jedes Mal kommen zwischen 30 und 50 Frauen aus der ganzen Region und aus verschiedenen Altersstufen – eine ganz bunte Mischung. Wir freuen uns natürlich auch über evangelische Gäste. Jedes Mal sind neue Gesichter dabei, aber auch viele „Stammkunden“. Ich habe den Eindruck, wer einmal dabei gewesen ist, versucht immer wiederzukommen.

Was bedeutet der Nachmittag persönlich für Sie? Sie sind ja jedes Jahr dabei ...

Ich komme gebürtig aus Westfalen, da war der Aschermittwoch früher immer ein besonderer Tag in meiner Familie. Jetzt habe ich den Eindruck, dass der Aschermittwoch in der öffentlichen Wahrnehmung mehr und mehr verschwindet. Vielleicht, weil er in der heutigen Zeit ein unbequemer Tag ist, weil es um Vergänglichkeit, Buße und Reue geht.
Wenn ich zu unserem Treffen gehe, ist das anders. Diese Begegnung ist eine bewusste Auszeit – da nimmt man sich einen Nachmittag wirklich Raum und Zeit, um sich Gedanken zu machen und um sich auf die kommenden Wochen bis Ostern vorzubereiten. Und vielleicht taucht der eine oder andere Gedanke von diesem Tag auch wieder auf, dann rauscht die Fastenzeit nicht einfach so vorbei. Und noch etwas schätze ich sehr an unseren Treffen. Wenn wir uns abends selbst das Aschekreuz spenden, ist das ein schönes Zeichen der Gemeinschaft und Solidarität unter Frauen.

Interview: Petra Diek-Münchow


Impulse für den Weg zum Osterfest

Den „Aschermittwoch der Frauen“ gibt es im Bistum Osnabrück seit etwa 30 Jahren. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) möchte damit jedes Jahr einen Einstieg in die Fastenzeit bieten und Impulse für einen guten Weg zum Osterfest geben. Die Nachmittage werden vor Ort organisiert, in Pfarreiengemeinschaften oder den kfd-Regionen. Zur Vorbereitung gibt es Werkstätten im Exerzitienhaus in Ahmsen oder in der Landvolkhochschule in Oesede. Ein Team stellt dazu eine Mappe zusammen, in der Texte und Materialien sowie Ideen für kreatives Arbeiten, Lieder, meditative Tänze oder Bibelarbeiten enthalten sind. Für Werbung erstellt das Team auch Plakate, Flyer und Postkarten zum aktuellen Thema.

www.kfd-os.de