Von Ulrich Waschki
Es waren falsche Erwartungen, die manchen nach dem Ökumenegipfel des Papstes mit den Vertretern der evangelischen Kirche enttäuscht zurücklassen. Wenn der Papst sagt, Glaubensfragen seien nicht einfach verhandelbar wie politische Angelegenheiten zwischen Staaten, spricht er eine Selbstverständlichkeit aus.
Es war klar, dass es in Erfurt mehr auf die Geste als auf konkrete Ergebnisse ankommt. Dennoch gibt es auch diese: Der Papst hat Martin Luthers Gottsuche als aktuelle Frage anerkannt, macht Luther in dieser Hinsicht zum Vorbild für uns heute. Was will man mehr erwarten von einem Mann, dessen Amt Luther als „Antichrist“ bezeichnet hat?