01.12.2017

Nikolausfest

„Ich schenke dir einen Nikolaus"

Zum Nikolausfest macht man anderen Menschen gerne eine Freude. Das finden auch die Firmlinge aus zwei Pfarreiengemeinschaften im nördlichen Emsland gut. Deshalb bringen sie am 5. und 6. Dezember kleine Schoko-Nikoläuse in ihren Gemeinden herum.

Kathrin Ellerbrock-Klasen (l.), freut sich, dass auch ihre Familie
einen Nikolaus bekommt. | Foto: Petra Diek-Münchow

Kirsten Griep-Raming stellt einen großen Karton auf den Tisch. „Das sind unsere Nikoläuse“, sagt die Gemeindereferentin. „Dann könnt ihr schon mal gucken.“ Franzis Buß nimmt eine der süßen Schokoladenfiguren in die Hand und schaut genau hin. Denn dieser Nikolaus sieht nicht aus wie der amerikanische Werbungsweihnachtsmann, sondern wie der echte Bischof aus Myra: mit Stab in der Hand und Mitra auf dem Kopf. Warum der Heilige bis heute so einmalig ist, erklären kleine Geschichten auf der Verpackung.

Und die können bald viele Menschen in den benachbarten Pfarreiengemeinschaften Dörpen-Dersum-Heede sowie Aschendorf-Rhede selbst lesen. Über 50 Firmlinge bringen am 5. und 6. Dezember die Schoko-Nikoläuse zu Familien und Einzelpersonen in ihren Dörfern – im Namen anderer Gemeindemitglieder. „Dass wir so Freude weitertragen können, finde ich eine schöne Idee“, sagt die 15-jährige Franzis.

Wie das Ganze funktioniert? Nach den Gottesdiensten der vergangenen Wochen hatten die Firmlinge mit ihren Katechetinnen schlichte Postkarten samt Nikolaus angeboten: über 100 Stück in und um Dörpen, über 200 rund um Aschendorf. Doch die Käufer haben die Schoko-Figuren nicht mit nach Hause genommen, sondern den Jugendlichen den Auftrag erteilt, diese am Nikolaustag bei bestimmten Personen abzugeben: als kleines Geschenk für das Enkelkind, für Oma oder Opa, für den freundlichen Nachbarn von nebenan, die liebe Freundin oder einen netten Kollegen. Zusammen mit der Postkarte, auf die jeder vorher einen herzlichen Gruß schreiben konnte.

Die Schoko-Nikoläuse waren schnell verkauft

In der Pfarreiengemeinschaft Aschendorf-Rhede gibt es die Aktion schon seit gut fünf Jahren. Von dort hat Kirsten Griep-Raming sie an ihre neue Arbeitsstelle in Dörpen-Dersum-Heede mitgebracht und hier zum ersten Mal organisiert. Das kommt offenbar gut an. „Unsere Nikoläuse waren schon am ersten Wochenende weg“, sagt die Gemeindereferentin. „Wir hätten noch viel mehr anbieten können.“

In beiden Pfarreiengemeinschaften gehört die Aktion zur Firmvorbereitung. Die Jugendlichen machen dabei inhaltliche und praktische Projekte. Kirsten Griep-Raming und ihren Kolleginnen ist wichtig, dass die Jugendlichen die Kirche als Ganzes kennenlernen: auch, aber eben nicht nur  im Gottesdienst, sondern zugleich in der Nähe zu den Menschen und ihren Anliegen. Weil sie mit dem Nikolaus nicht nur Schokolade, sondern auch Freude ins Haus bringen, haben sich für dieses Projekt viele Firmlinge gemeldet. „Das ist doch richtig schön“, sagt die 16-jährige Thalia Schmock von Ohr. Denn wer den süßen Gruß erhält, weiß genau: Da hat heute jemand an mich gedacht.

Was die Aktion bei den Beschenkten bewirkt, kann Julian Kordes erzählen. Der 16-Jährige hat vor seiner Firmung im vergangenen Jahr eine Nikolaus-Tour übernommen. Mit einem Lächeln berichtet er, wie liebevoll viele Postkarten verziert waren: mit selbst gemalten Bildern, Gedichten oder sogar Fotos. „Die meisten Leute waren erst mal überrascht, als wir geklingelt haben“, sagt er. „Und haben sich dann wirklich gefreut.“ Man ahnt, wie gut sich die jungen Leute dabei gefühlt haben. Gar nicht selten werden die Firmbewerber bei ihren Besuchen ins Haus gebeten: zu Tee, Keksen und einem persönlichen Gespräch. Und manchmal gibt es sogar Tränen der Rührung, wenn der Empfänger die lieben Worte des Absenders liest.

„Das ist einfach ein tolles Projekt für alle“

Aus solchen Begegnungen nehmen die jungen Leute viel mit, weiß Gemeindereferentin Kirsten Griep-Raming. Und auch die Firmkatechetinnen Elke Berenzen aus Aschendorf und Lena Meyer aus Dörpen erleben immer wieder, wie verwandelt viele Jugendliche nach dem Tag zurückkommen. „Wenn ich danach in ihre Gesichter schaue, sehe ich ein Leuchten“, sagt Elke Berenzen und lächelt glücklich.  „Das ist einfach ein tolles Projekt für alle.“

Petra Diek-Münchow

 

Bremen: „Weihnachtsmänner on Tür“

Eine ungewöhnliche Aktion bieten Sebastian Mutke und Hans-Peter Ostermair, der eine Männerreferent, der andere Leiter des AtriumKirche, am Nikolaustag (6. Dezember) in Bremen an. Zusammen mit interessierten Männern machen sie eine Tour durch die Innenstadt und treffen dabei auf Männer, von denen sie sich deren Arbeitsort zeigen und sich von Weihnachten erzählen lassen. Gedanken, Gespräche, Grillen und Bier werden damit verknüpft. Start ist um 20 Uhr in der Hohen Straße 7. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, wäre aber für die Organisation hilfreich. Telefon: 04 21/3 69 43 00; E-Mail: info@atriumkirche.de