14.06.2017

Jugendhilfeeinrichtung Don Bosco wird 100 Jahre alt

„Immer für Überraschungen gut"

Die Jugendhilfeeinrichtung Don Bosco in Osnabrück hat 100. Geburtstag gefeiert. Dabei ist erst seit 2014 das tatsächliche Alter bekannt. Das Buch eines Historikers sorgte für neue Erkenntnisse – und für das Jubiläum.

Neues ausprobieren – dazu hatten die Don-Bosco-Kinder eine Woche lang Zeit. | Foto: Thomas Osterfeld

So schnell kann es gehen: Noch vor zehn Jahren, erinnert sich Bischof Franz-Josef Bode, sei er Gast gewesen zur 50-Jahrfeier bei der Don Bosco Katholischen Jugendhilfe in Osnabrück, jetzt werde bereits der 100. Geburtstag gefeiert. „Das Haus ist ja immer für eine Überraschung gut“, sagte der Bischof beim Empfang mit Kindern und Ehrengästen.

1957 war die Osnabrücker Einrichtung an ihrem jetzigen Standort nahe des Bürgerparks mit einem Neubau errichtet worden. Noch 50 Jahre später wusste niemand, dass das „Don-Bosco-Heim“, wie es landläufig genannt wird, schon 1917 gegründet wurde. Während des Ersten Weltkriegs betreuten bereits Thuiner Ordensschwestern Kinder und Jugendliche in der Osnabrücker Stadthalle. Erst 2014 hatte der Historiker Bernhard Frings diesen Beleg geliefert und in seiner Dokumentation „Der Tanz auf dem Seil“ darüber berichtet.

Mit einer Festwoche hat das Haus das Jubiläum gefeiert. Jeden Tag konnten sich die Kinder und Jugendlichen in einem Zirkus engagieren und beim Empfang und dem Sommerfest ihre Ergebnisse präsentieren. Und weil es auch immer um den Clown ging, urteilte der Bischof mit humorvollem Unterton: „Es ist alles ein bisschen verrückt hier.“

Der „Gaukler Gottes“ half armen Kindern

In einem Wortgottesdienst stand der Namensgeber des Hauses, der heilige Don Bosco, im Mittelpunkt. Einrichtungsleiter Chris­toph Flegel erinnerte an den „Gaukler Gottes“, der mit seinen Späßen, seinem Gottvertrauen und seinem Mut zum Risiko ein Vorbild sei. Der Heilige hatte einst benachteiligte Kinder und Jugendliche um sich geschart und so ein Netzwerk der Hilfe geschaffen.

Die Don Bosco Katholische Jugendhilfe in Trägerschaft des Bischöflichen Stuhls bietet differenzierte Angebote im stationären, teilstationären und ambulanten Bereich für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien in belasteten Situationen. Der Bischof lobte die Arbeit der rund 250 Mitarbeiter. „Ich glaube, Don Bosco wird sich im Himmel freuen, wenn er sieht, was hier aus seinem Werk geworden ist.“ (pe)