In vielen Gemeinden findet jetzt der „Glaubenstag der Senioren“ statt. Es geht um Gemeinschaft und Ermutigung im Glauben – schon bei der Vorbereitung. Ein Beispiel aus der Pfarreiengemeinschaft Geeste.
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| Bei der Arbeit: Senioren aus der Pfarreiengemeinschaft Geeste bereiten den Glaubenstag vor. Foto: Petra Diek-Münchow |
Deutscher Rap – das sind ungewohnte Töne für einen Gottesdienst mit Senioren. „Ich will sehen, wie sein Zelt bei den Menschen ist ...“, singt Sabrina Setlur und reiht in ihrem Stück noch mehr biblische Hoffnungsbilder auf. „Das passt doch gut“, sagt Gemeindereferentin Annegret Marien. „Aber ich glaube, wir spielen das Lied besser nur kurz an und lesen den Text dann vor.“ Die acht Männer und Frauen, die mit ihr im Dalumer Pfarrheim sitzen, sind einverstanden.
Sie gehören den Seniorenkreisen aus der Geester Pfarreiengemeinschaft an. Gemeinsam bereiten die Heseper und Dalumer, Osterbrocker und Geester ihren „Glaubenstag der Senioren“ vor. Der hat im Raum Geeste eine lange Tradition – fast genauso lange, wie es den Glaubenstag überhaupt im Bistum gibt. Schon seit 15 Jahren treffen sich hier ältere Menschen aus allen vier Dörfern am 2. Februar nachmittags zu Gottesdienst und Kaffeetafel. Noch nie ist dieser Termin ausgefallen und immer schon kamen zwischen 90 und 120 Senioren zusammen. „Damit waren wir der Pfarreiengemeinschaft ein Stück voraus“, sagt Maria Lögers schmunzelnd.
Zunehmend kritische Anfragen an die Kirche
In diesem Jahr ist Dalum dran. Mehrfach hat sich das Vorbereitungsteam dafür getroffen. Hat sich durch die Arbeitshilfe geackert, Mappen und Bücher nach Texten durchgesehen, Lieder ausgewählt. Warum nehmen sie die Mühe auf sich? Und warum finden sie den Glaubenstag wichtig? Maria Pott antwortet mit einer Gegenfrage: „Warum sollte man etwas Gutes abschaffen?“ Und dann erzählen sie und die anderen, welch schönes Gemeinschaftserlebnis der Nachmittag ist. Dass jeder aus dem Gottesdienst etwas mit nach Hause nehmen kann, dass noch Wochen später über Elemente gesprochen wird. „Wisst ihr noch? So war es beim Rollenspiel im vergangenen Jahr“, sagt Hermann Schröder.
Der 66-Jährige sitzt im Vorstand des Diözesanforums für Seniorenarbeit. Daher weiß er, dass nicht mehr alle Gemeinden diesen Glaubenstag feiern. Manchmal fehlen Leute, die ihn vorbereiten, manchmal die Teilnehmer. Wird es schwieriger, solche Angebote für ältere Menschen zu machen? Alle nicken spontan. Weil es unterschiedliche Bedürfnisse gibt. Was einen 65-Jährigen interessiert, muss einer 75-Jährigen nicht auch gefallen. Und zunehmend mehr Senioren haben kritische Anfragen an die Kirche, sagt Schröder. Und schon ist der Kreis mitten drin in einer Diskussion, was jedem sein Glaube bedeutet.
Gibt es beim Glaubenstag auch solche Gespräche? Da sind die Mitglieder des Vorbereitungsteams skeptisch. „Da steht eher die Gemeinschaft im Vordergrund.“ Aber Annegret Marien hofft, dass die Teilnehmer dabei im Glauben ermutigt werden – dass sie Anstöße finden, später in Ruhe darüber nachzudenken und zu reden. Deshalb findet sie „es wichtig, die Messe sehr sorgfältig zu planen: auch mit neuen Texten und Tönen“. Eben mit einem Rapsong.
Petra Diek-Münchow
Zur Sache
Der „Glaubenstag der Senioren“ findet meist rund um den 2. Februar statt – dem Fest der Darstellung des Herrn. Das hängt mit dem Evangelium über Simeon und Hanna (Lk 2,22-40) zusammen. Die hochbetagten Propheten erkennen in Jesus den Messias als Licht für alle Menschen: „Meine Augen haben das Heil gesehen.“ Nach Auffassung von Diözesanreferent Günter Oberthür steckt in diesem Motiv sehr viel Hoffnung „auf das, was noch kommt“.
