Caritasverband im Bistum Osnabrück feiert 100. Geburtstag

100 gute Taten zum Jubiläum

100 gute Taten will die Caritas im Bistum Osnabrück in diesem Jahr vollbringen. Denn vor 100 Jahren wurde der Verband gegründet. Im Laufe des Jahres wird überall im Bistum daran erinnert. Auch bei der Telgter Wallfahrt.

 

Seit Januar macht ein Osnabrücker Linienbus auf das Jubiläum auf-
merksam. Foto: cpo

Wir haben das „Jahr des Aufatmens“ und das „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“. Und jetzt auch noch Caritas-Jubiläum? „Beide Themenjahre stärken unser Jubiläum“, sagt Caritasdirektor Franz Loth. „Denn die aktive gute Tat und das Innehalten gehören wie ein Zwillingspaar zusammen.“ Und auch das Feiern gehöre zu den Menschen und zum Tun der Caritas.

„Für die Einrichtungen und Dienste des Diözesancaritasverbandes ist die gute Tat das alltägliche Geschäft“, sagt Vorsitzender Gerrit Schulte. Und um das hervorzuheben, werde es an vielen Orten zusätzliche Angebote geben, von denen vor allem diejenigen profitieren, die der Caritas besonders am Herzen liegen: bedürftige Menschen. So wird in Osnabrück mit wohnungslosen Menschen gekocht, die Sozialen Kaufhäuser in Bersenbrück, Georgsmarienhütte und Melle bieten jeweils für eine Woche 50 Prozent Rabatt auf das gesamte Sortiment. Mitarbeiter der Caritas in Ostfriesland helfen einen Tag bei der Tafel und laden dazu auch Politiker ein, in Twistringen wird eine Telefonzelle mit Kinderbüchern aufgestellt, in der Grafschaft Bentheim werden Schulranzen für bedürftige Familien gesammelt, der Sprachheilkindergarten „Wörterkiste“ in Osnabrück organisiert ein Fest für Flüchtlingskinder.

Aber auch die Allgemeinheit kann von den guten Taten profitieren. Das Glandorfer Theresienhaus beteiligt sich am Frühjahrsputz im Ort, Mitarbeiter und Bewohner des St.-Maria-Elisabeth-Hauses in Bad Laer helfen beim Aufstellen des Maibaums und organisieren ein Fest für alle, der Pflegedienst Unterems öffnet am Muttertag seine Türen und organsiert im Herbst eine Typisierungsaktion, das Gesundheitszentrum Norderney bietet einen Inseltag für Ehrenamtliche aus Ostfriesland an, das Bad Iburger St.-Franziskus-Haus ist beim Weihnachtsmarkt vertreten, das Papenburger St.-Lukas-Heim beteiligt sich an der Aktion „Eine Million Sterne“, im Landkreis Emsland kümmert sich die Caritas um Weihnachtsgeschenke für Kinder.

„Wir wollen Menschen Luft zum Atmen geben“
 

Schüler der Bistumsschulen haben Bilder für einen Jahreskalender der
Caritas gemalt. Dieses Bild stammt von Schülern der Klasse 7A aus dem
Missionsgymnasium St. Antonius in Bardel bei Bad Bentheim.

Die meisten Aktionen kosteten kein zusätzliches Geld, sagt Pressesprecher Roland Knillmann. Oder sie würden von der Caritas finanziert. „Wir wollen Menschen Luft zum Atmen geben“, sagt er. Das sei der Caritas-Beitrag zum „Jahr des Aufatmens“. Manchmal bekommt die Caritas auch Hilfe von außen: So stellt ein Unternehmer in Emsbüren seinen jährlich angelegten Maisirrgarten zur Verfügung, damit im Juni und Juli Familien dort etwas entdecken können.

Der eigentliche Geburtstag ist der 23. Mai. Diesen Tag wird die Caritas an vielen Orten im Bistum begehen – allerdings im internen Rahmen. Jede Einrichtung kann selbst entscheiden, was sie an diesem Tag Gutes tut – zum Beispiel für die eigenen Mitarbeiter. Einen Festakt gibt es erst am 4. Juni. Dann zelebriert Bischof Franz-Josef Bode im Dom ein Festhochamt, dann wird auch die Chronik veröffentlicht, die die Geschichte der Caritas im Bistum beschreibt.

Die Bistumsgrenze zwischen Osnabrück und Münster bekommt während der Telgter Wallfahrt eine besondere Bedeutung. Mitarbeiter der Caritas werden an der Wallfahrt teilnehmen und auf der Bundesstraße 51 kurz hinter Oedingberge auf ihre Kollegen aus dem Bistum Münster treffen – die in diesem Jahr ebenfalls Jubiläum feiern. Kollektiert wird während der Wallfahrt für die Flüchtlingshilfe der Caritas.

Dank sagt die Caritas auch ihren Mitarbeitern und den Ehrenamtlichen. In Osnabrück lädt sie ins Theater ein, in Ahmsen auf die Waldbühne. Daneben gibt es Radtouren durch Ostfriesland sowie von Twistringen nach Diep­holz. Die Führungsebene der Caritas besucht auf unkonventionelle Art und Weise Einrichtungen, die am Weg liegen. Mit sogenannten Armutsspaziergängen wird vielerorts darauf aufmerksam gemacht, dass es auch im wohlhabenden Deutschland Menschen gibt, die nicht genug haben, um am Leben teilzunehmen – Armut versteckt sich.

Schließlich geht es am 10. September noch einmal in die Öffentlichkeit. Weihbischof Johannes Wübbe eröffnet mit einem Pontifikalamt im Dom das „Rosenbrot-Event“: An vielen Ständen präsentiert sich die Caritas, lädt zu Musik, Begegnung und Unterhaltung ein. Dabei geht es um ein Brot, das zugunsten der Flüchtlingshilfe der Caritas verkauft wird. Außerdem wird der Sonnenschein-Preis verliehen.

Matthias Petersen

Eine aktuelle Liste zu den 100 guten Taten finden Sie unter www.100guteTaten.de