27.06.2017

Aktionstag "Tiere in der Bibel" im Zoo Osnabrück

Bischof Bode segnet Tiere

700 Kinder der Bremer Grundschulen, drei Nashörner, zwei Zebras, zwei Pinselohrschweine: Zum Aktionstag „Tiere in der Bibel“ im Osnabrücker Zoo feierte Bischof Franz-Josef Bode Gottesdienst und übernahm eine Patenschaft.

Bischof Bode bei der Tiersegnung im Zoo Osnabrück. (Bilder: Nadine Vogelsberg)
Bischof Bode bei der Tiersegnung im Zoo Osnabrück. (Fotos: Nadine Vogelsberg)

Ein Gottesdienst zwischen Orang-Utans und Tigern – und mittendrin 700 Grundschulkinder mit Bischof Franz-Josef Bode. Anlass ist der Aktionstag „Tiere in der Bibel“ im Osnabrücker Zoo. Lautstark singen die Kinder die Halleluja-Rufe mit. Sie sind aus den vier katholischen Bremer Grundschulen angereist, sitzen bei Sonnenschein gut gelaunt auf den Bänken und singen mit Reinhard Horn, einem Kinderliedermacher aus Lippstadt. 

So ist die Stimmung von Anfang an ausgelassen. Bereits auf dem Weg zum Gottesdienst kommen die Kinder an Flamingos, Löwen und Schweinsaffen vorbei. Vor allen die beiden Orang-­Utans Buschi und Astrid haben es den jungen Besuchern angetan. Staunend stehen sie vor deren Gehege und machen ein paar Erinnerungsfotos, während die Tiere sich akrobatisch durch ihr Gehege hangeln. 

Mit viel Gesang und guter Laune

Von Reinhard Horn mit Kinderlieder bereits eingestimmt, beginnt dann die Messe mit Bischof Bode und Monsignore Georg Austen vom Bonifatius-Werk der deutschen Katholiken, das den Aktionstag vorbereitet hat. Die Kinder hören die Lesung von der Arche Noah. In der Predigt geht Bode vor allem auf den Schutz der Schöpfung und der Tiere im Besonderen ein. So prangert er die Massentierhaltung an und stellt dieser den Zoo als einen Ort der Vielfalt gegenüber. Der Mensch dürfe mit der Schöpfung nicht beliebig verfahren, sagt Bode. So sei „jedes Kind, jedes Tier die Botschaft, dass Gott Vielfalt will“. 

Menschen dürften nie ganz miteinander fertig sein, sondern sollten immer den Mut haben, aufeinander zuzugehen. Wer gut zu Tieren sei, so der Bischof weiter, der sei auch gut zu Menschen und trage damit zum Frieden bei. Menschen, egal welcher Religion und Herkunft, müssten die Schöpfung bewahren. Den Aktionstag bezeichnet er als einen „Tag der Gemeinschaft“, der Freunde des Lebens, der Tiere, der Menschen und der ganzen Schöpfung. 

Nach dem Gottesdienst geht es weiter, vorbei an Pinguinen, Elefanten und Seerobben. Ziel ist eine Wohngemeinschaft aus drei Nashörern, den beiden Pinselohrschweinen Hanni und Nanni sowie den Zebras Jule und Django. Die ungewöhnliche Wohngemeinschaft versteht sich ausgezeichnet und lebt friedlich zusammen. Getrennt werden sie nur, wenn sie drinnen übernachten. Doch draußen, auf dem Zoogelände, sind sie stets zusammen. Da laufen die Pinselohrschweine auch mal zwischen den Füßen der Nashörner und stellen sich bei Regen gar unter sie, um nicht nass zu werden. 

Segen und Patenschaft für die Zootiere

Für die beiden Zebras übernehmen Bischof Bode und Monsignore Austen die Patenschaft, was bedeutet, dass sie für ein Jahr das Futter der Tiere bezahlen. Bischof Bode ist nun Pate der Zebra-Dame Jule, während Monsignore Austen die Patenschaft für Django übernimmt. Die Tier-WG wird anschließend vom Bischof stellvertretend für alle Tiere gesegnet. Aber das Weihwasser kommt wohl nicht so gut an, es scheucht vor allem die Zebras auf. 

Für die Kinder geht es im Anschluss weiter zu einer Rallye über die Tiere in der Bibel und im Zoo. Dazu ziehen sie in Gruppen durch den Zoo, bewundern die vielen Tiere und versuchen, herauszufinden, auf welchem Tier Jesus in Jerusalem einzog und wohin die Störche im Winter fliegen. Für die besonders kniffligen Fragen gibt es an verschiedenen Stellen Wissenstände zu vier unterschiedlichen Themen, so dass die Kinder gefahrlos noch mehr  über einzelne Tierarten erfahren können. 

Der Aktionstag wurde gemeinsam vom Bonifatiuswerk, dem Bistum Osnabrück und dem Zoo organisiert, um den Kindern die Bibel in Form lebendiger Tiere nahezubringen.

 

von Nadine Vogelsberg