15.06.2017

Fronleichnamsfeier im Bremer Bürgerpark

Bischof kritisiert Fake-News

Zu Wahrhaftigkeit und Redlichkeit hat Bischof Franz-Josef Bode beim Fronleichnamsgottesdienst im Bremer Bürgerpark aufgerufen. Schon lange habe er den Eindruck, „dass die Wahrheit nicht mehr Wahrheit und Wahrhaftigkeit ist, sondern ins Belieben gestellt wird durch Fake-News und Lügen bis in höchste Ebenen der Politik und Gesellschaft“, sagte er in seiner Predigt.

Bischof Franz-Josef Bode feierte mit Bremer Katholiken den Fronleichnamsgottesdienst unter freiem Himmel. Foto: Martina Höhns

Fakten und Argumente zählten nicht mehr viel gegenüber Behauptungen und Meinungen. Der Bischof warnte vor einer Schwarz-Weiß-Malerei:  Noch nie sei so viel „generalisiert, skandalisiert und vereinfacht“ worden, „weil die Wirklichkeit, die Wahrheit, vielen zu kompliziert geworden sei.“

Viele Menschen hätten den Eindruck, „dass die Welt aus den Fugen gerate“, dass Unschuldige leiden müssen oder getötet werden durch Terroranschläge, die im Namen „einer pervertierten Religion geschehen“. Der Hass zeige sich heute oft auch durch Facebook, Twitter und Apps, die auch Bischöfe erreichten. Wahr sei häufig das, was der einzelne für richtig halte, was ihm nütze und ihn nicht störe, kritisierte Bode.

Dagegen forderte er seine Zuhörer auf, an der „entwaffnenden Kraft der Liebe“ festzuhalten: Es gelte, für andere in Pflege und Begleitung da zu sein, Verantwortung zu übernehmen in Beruf und Familie, sich um Wahrheit, Redlichkeit und Echtheit zu bemühen, zu differenzieren und sich vor einer vereinfachenden Schwarz-Weiß-Malerei zu hüten. Christen sollten sich für den Frieden einsetzen.

Der Fronleichnamsgottesdienst auf der Wiese in der Nähe des Marcus-Brunnens zählt zu den größten Fronleichnamsgottesdiensten in Norddeutschland. Er stand in diesem Jahr unter dem Motto „In den Menschen willst Du wohnen“. (mh)