06.06.2017

Jesuit Lochbrunner hauchte dem päpstlichen Gebetsapostolat neues Leben ein

"Click To Pray": für eine bessere Welt

Der Jesuit Simon Lochbrunner hat einem alten Gebetsnetzwerk im Auftrag von Papst Franziskus ein modernes, multimediales Gesicht gegeben. Die Handy-App „Click To Pray“ soll helfen, das Gebet fest in den Alltag der Menschen zu integrieren.

 

Jesuit Lochbrunner auf den Spuren von Christopher
McCandless in Alaska (Foto: Lochbrunner)

Simon Lochbrunner ist jung. Für einen Priester und Ordensmann verdammt jung sogar. Auf den einschlägigen Seiten im Internet ist der 34jährige Jesuit fast schon omnipräsent; auch wenn er das nicht gerne hört… wink Auf Facebook, Twitter und Pictaram unterhält Lochbrunner jeweils eigene Kanäle. Besonders beeindruckend aber sind seine Fotos, die er auf flickr sowie in seinem Blog „Lochbrunner Holographs“ mit der Öffentlichkeit teilt. Zudem ist Lochbrunner, einst leidenschaftlicher BMX-Fahrer (siehe Vimeo-Video), seit kurzem, neben seinem Job als Assistent des Novizenmeisters der Jesuiten in Nürnberg, „Nationaler Direktor des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes“.

Click To Pray: Drei tägliche Gebetsimpulse gib uns heute!

Lochbrunners Aufgabe hierbei ist es, dem Gebetsnetzwerk, das bereits 1844 als sogenanntes Gebetsapostolat ins Leben gerufen wurde und inzwischen reichlich eingestaubt ist, ein modernes Gesicht zu geben. Und das tut er mit durchaus ansehnlichem Erfolg. Nachdem Lochbrunner erst Auftritte des Gebetsnetzes auf Facebook kreierte, ist seit Anfang Mai auch die Handy-App „Click To Pray“ auf Deutsch erhältlich, und zwar für alle Apple- oder Android-Smartphones. Wer sich registriert, erhält jeden Tag drei sehr kurze Gebetsimpulse von ein bis drei Sätzen aufs Handy.

Neues Leben für ein altes Anliegen

In den Einstellungen der App kann man festlegen, wann man die Impulse erhalten möchte. Durch Klicks signalisiert man, dass man das Gebet mitträgt. Die Benutzer auf der ganzen Welt – bisher haben 120.000 Menschen die App installiert - können dann sehen, wie viele Menschen das jeweilige Gebet bereits gebetet haben. „Der Klick funktioniert ähnlich wie ein Like auf Facebook“, erklärt Lochbrunner.

Darüber hinaus können die Benutzer in dem sogenannten Gebetsraum der Applikation und des gleichnamigen Internetauftritts, der ebenfalls Anfang Mai „gelauncht“ wurde, eigene Gebete erstellen und sie mit Bildern bestücken. Diese eher persönlichen Gebetsanliegen können dann von den anderen Nutzern gesehen und mitgetragen werden. Auch hier lässt sich bequem per Klick oder Fingerwisch anzeigen, ob man gebetet hat.

Ein Gebetsnetz aus 35 Millionen Menschen

Papst Franziskus will mit weltweitem Gebet den Krisen
der Erde begegnen (Foto: clicktopray.de)

Nach dem Willen von Papst Franziskus soll „Click To Pray“ vor allem eines schaffen: das Gebet fest in den Alltag der Menschen zu integrieren. Zudem soll die App helfen, die Gläubigen weltweit in ihren Anliegen, Sorgen und Hoffnungen zu vernetzen. In den monatlichen Gebetsanliegen des Papstes, die nun jeder - ohne großen Aufwand, und ohne lästige Internet-Recherche – per Handy schnell mitbeten kann, geht es um globale Krisen, um Krieg und Frieden, um Flucht, um Dürre, Hunger und Unterernährung.

Während das Gebetsnetzwerk, weltweit hat es rund 35 Millionen Mitglieder, in manchen Ländern, vor allem in Asien und Südamerika boomt, ist die die Tradition in Deutschland bisher nur sehr wenigen Menschen bekannt. „In anderen Ländern finden es die Menschen toll, Teil davon zu sein“, sagte Lochbrunner jüngst der Augsburger Allgemeinen.

Auch wer kein Smartphone besitzt, oder einfach lieber am Computer sitzt, kann mitmachen: Einfach auf http://www.clicktopray.org/de registrieren. Über den Browser lässt sich das Gebetsnetzwerk mindestens genauso gut nutzen wie über die App.

Ihr Webreporter Andreas Kaiser