Jugendliche, die sich im Emsland sozial engagieren, bekommen jetzt Hilfe

Das gibt Auftrieb und Selbstvertrauen

Oft haben junge Leute gute Ideen für soziale Projekte. Aber wie kann man die realisieren? Jetzt können sie sich bei einem neuen Netzwerk melden, genannt „community hELp“. Marcel macht schon mit. Er will einen Computerkurs für Senioren organisieren.

 

Er kennt sich aus am PC: Marcel zeigt Sabine Krömer (l.) und Carmen Kröger im Jugendbüro, wie er sich einen Computerkurs für Senioren vorstellen könnte. Foto: Petra Diek-Münchow

„Guckt mal, so geht das!“ Marcel tippt seine Computermaus leicht an, zeigt dann Sabine Krömer und Carmen Kröger, wie „Excel“ funktioniert. Die Dekanatsjugendreferentin und die Caritas-Fachbereichsleiterin nicken – sie kennen das Tabellenprogramm. Viele ältere Menschen aber sicher nicht und deshalb finden die zwei Frauen die Idee des 15-jährigen Jungen richtig gut. Er möchte Senioren in einem Kurs erklären, wie sie einen Computer bedienen, eine E-Mail verschicken oder im Internet nach Infos suchen können. Wie er darauf gekommen ist? „Ich helfe meiner Oma auch immer am Computer“, sagt er. Später möchte er gern IT-Systemadministrator werden und in einem Betrieb arbeiten.

Mit seiner Idee ist Marcel ins Dekanatsjugendbüro in Papenburg gekommen. Er hatte in seiner Schule vom neuen Netzwerk „community hELp“ gehört (siehe auch „Zur Sache“). Diese Kooperation verschiedener kirchlicher Verbände und Häuser will junge Leute animieren, sich für andere Menschen zu engagieren. Mit einer eigenen Aktion, ohne dass sie sich langfristig an einen Verein oder ein Projekt binden müssen. Bei der „community“ gibt es dafür Hilfe. „Jeder Jugendliche, der einen Vorschlag hat, kann sich einfach bei uns melden“, sagt Sabine Krömer. Sie möchte auch gern verschiedene Generationen an einen Tisch bringen: Alt und Jung können voneinander lernen und sich gegenseitig Vorbild sein.

„Pflück dich glücklich" und „Repair-Café"

Marcel hat schon mehr als eine Idee mitgebracht – er zieht gleich einen ganzen Stundenplan für seinen Kurs aus der Tasche. Er will Senioren den Computer von der Tastatur bis zum Passwort erklären. Zeigen, wie man Texte und Tabellen schreibt, wie man Fotos per E-Mail verschickt und Facebook benutzt. Wie lange sein Seminar dauern wird, wie viel Leute kommen können und wer dabei hilft – das wird die Dekanatsjugendreferentin in den nächsten Wochen zusammen mit ihm abklären. Das Papenburger Jugendzentrum hat schon Unterstützung zugesagt.

Dass sich ein 15-Jähriger aus eigenem Antrieb so stark engagiert, freut die Caritas-Fachbereichsleiterin Carmen Kröger sichtlich. Und macht den Wert des neuen Netzwerkes deutlich. Denn hier bekommt der Jugendliche Hilfe, wenn er seinen Plan umsetzen will. So kann Marcel Erfahrungen sammeln, neue Kompetenzen erwerben und sich weiterentwickeln. Das gibt Auftrieb und Selbstvertrauen – für Schule und Beruf, für die Freizeit und das nächste Projekt.

Auch das Netzwerk selbst will Projekte anbieten, bei denen junge Leute mitmachen können. Eine Aktion gab es schon. Bei „Pflück dich glücklich“ haben fünf Gruppen Äpfel geerntet und den Saft verschenkt. „Das werden wir im Herbst wiederholen“, verspricht Sabine Krömer. Eine weitere Idee steht schon in ihrem Kalender – für ein „Repair-Café“: Dort werden junge und ältere Menschen lädierte Geräte wieder instandsetzen. Wer Lust hat mitzumachen, kann sich melden:
Telefon 0 49 61/27 57.

Petra Diek-Münchow

 

 

Zur Sache

In dem neuen Netzwerk „community hELp“ arbeiten kirchliche Verbände und Einrichtungen im Emsland zusammen: der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mit dem Diözesanverband und dem Regionalverband Emsland-Nord, die katholische Landjugend, das Katholische Jugendbüro Emsland-Nord, die Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth und der emsländische Caritasverband. Bei ihnen können sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene melden, wenn sie sich für andere Menschen engagieren wollen. Die jeweiligen Partner helfen dann bei der Realisierung. Im Marstall sind dazu auch Bildungsangebote geplant, außerdem können Gruppen ein Planungsspiel ausleihen.

Weitere Infos gibt es bei Dekanatsjugendreferentin Sabine Krömer. E-Mail: kroemer@kjb-emsland-nord.de oder bei Carmen Kröger: ckroeger@caritas-os.de