30.01.2017

Ausstellung präsentiert 34 Lutherporträts

Den Reformator ins Bild gesetzt

Seit 500 Jahren haben Künstler den Reformator Martin Luther ins Bild gesetzt – und dies durchaus zu Zwecken der Bildpropaganda. Der Osnabrücker Theologieprofessor Albrecht Geck hat solche Bildnisse wissenschaftlich eingeordnet und präsentiert sie in der Ausstellung „Von Cranach zur Bild-Zeitung“, die am Mittwoch, 1. Februar, um 19.30 Uhr in Osnabrück im Forum am Dom eröffnet wird.

 

Der Kopenhagener Kupferstecher Johann Martin Preißler machte Martin
Luther 1770 als kritisch dreinblickenden Aufklärungstheologen zum
„Zeitgenossen". Reproduktionen: Diözesanmuseum Osnabrück

„Die Reformation profitierte von der Medienrevolution des 15. und 16. Jahrhunderts“, verweist Geck auf die großen Chancen, die neue Drucktechniken den Reformatoren und ihren Botschaften boten. Allerdings sei es den Zeitgenossen nicht nur darum gegangen zu lesen, sondern auch Bilder zu betrachten. Besonders bekannt sind die Lutherporträts von Lucas Cranach und seinem gleichnamigen Sohn, die bald zu Vorlagen für Kupferstiche wurden.

Albrecht Geck weist anhand eindrucksvoller Beispiele nach, wie sodann jede Epoche ihr eigenes Lutherbild geschaffen hat und dabei aktuelle geistesgeschichtliche Strömungen aufnimmt. So machte der Kupferstecher Theodor de Bry den Wittenberger Reformator Mitte des 16. Jahrhunderts zum „deutschen Elias“, während die beiden folgenden Jahrhunderte ihn etwa als mild lächelnden Pietisten oder kritisch dreinblickenden Aufklärungstheologen präsentierten.

Anhand von insgesamt 34 Beispielen zeichnet Geck Lutherbilder bis in die Gegenwart nach, die den ehemaligen Augustinermönch zum großen Kommunikator mit Kopfhörer und Mikrophon stilisiert. Die Bildnisse und ihre Erläuterungen sind auf insgesamt 14 Text- und Bildtafeln nachzuvollziehen. Albrecht Geck wird seine Forschungsergebnisse zur Eröffnung in einem Vortrag vorstellen. Weitere Redner sind Domkapitular Reinhard Molitor als Ökumenebeauftragter des Bistums Osnabrück und der Direktor des Diözesanmuseums, Hermann Queckenstedt.

Die Ausstellung ist bis zum 26. Februar 2017 zu sehen.