Die St. Johanniskirche als Schmuckstück des Alfhausener Ortskerns wird aufgewertet: Das Gelände mit umliegendem Friedhof soll zum sogenannten Kirchpark ausgebaut werden. Im Frühjahr 2013 könnte es losgehen.
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Pastor Martin Volk, Maria Hüls und Franz Huchtkemper (v.l.) erläutern die Pläne für den Kirchpark in Alfhausen. Foto: Stefan Buchholz |
„Zurzeit sieht das noch aus wie eine große Wiese“, meint Pastor Martin Volk. Er fährt mit der Hand über den Entwurf, der die Kirche von oben und viel grüne Fläche zeigt. Vorgelegt hat den Plan der Architekt Felix Holzapfel-Herziger aus Hamburg. Er gewann im Herbst gegen fünf Mitbewerber. Sie alle hatten sich Gedanken gemacht, wie ein Kirchpark auf dem 7700 Qua-dratmeter-Areal rund um Sankt Johannis aussehen könnte.
Das Gelände hatte sich in den letzten Jahren trotz Grünpflege nicht mehr zu einer Augenweide entwickelt. Hinzu kam Vandalismus, der selbst vor manchen Grabsteinen nicht stoppte. Und teilweise hebe sich neben der Kirche die Pflasterung, sagt Franz Huchtkemper vom Kirchenvorstand. Fazit von Kirchengemeinde und Politik: Im Zuge der Dorfsanierung soll in der historischen Mitte des Ortes ein grünes Kleinod entstehen.
Ein Weg rund um das Gotteshaus
„Ich habe mir lange die alten Friedhofspläne angeschaut, um herauszubekommen, wie die alte Wegführung war“, berichtet Architekt Holzapfel-Herziger. Seine erste Idee danach: die Kirche freistellen. Dazu müssen künftig einige wenige Bäume weichen, um einem grünen Gürtel aus Buchsbäumen rund um die Kirche Platz zu machen. Davor soll es einen Weg geben, der um das Gotteshaus führt.
Verschwinden wird der Parkplatz unmittelbar an der Kirche. „Die gleiche Anzahl an Stellplätzen entsteht aber am Rand des Kirchparks“, sagt Pastor Volk. Wegen der Parkplatzverlegung hatte es Kritik von einigen Gemeindemitgliedern gegeben.
Die bislang versiegelte Fläche der ehemaligen Autofläche soll ein Schotterrasen ersetzen. „Hier können dann Teile der Kirmes und die Weihnachtsmarktstände stehen, ohne den Rasen zu beschädigen“, sagt Maria Hüls vom Pfarrgemeinderat.
Eine Beleuchtungsanlage soll die freigestellte Johanniskirche illuminieren. Dafür überlegt man derzeit noch Finanzierungsmöglichkeiten, denn bislang ist kein Cent für die Lampen vorgesehen. Die Bauherren zeigen sich aber optimistisch, Kabel und Anschlüsse will man schon vorab verlegen lassen.
Karrees aus Wildwiesen
Im künftigen Kirchpark sollen die meisten Grabmäler erhalten bleiben. „In der Gemeinde besteht noch eine Bindung an den Friedhof“, weiß Architekt Holzapfel-Herziger. Etwa ein Zehntel der Grabsteine wird bei der Umgestaltung entfernt. Bestehen bleiben sollen das große Kreuz und die sogenannten Pastorengräber. In diesem Umfeld will man einen Minihain aus niedrig wachsenden Bäumen pflanzen. In deren Nähe entstehen Karrees aus Wildwiesen. Sie sollen an den Friedhofscharakter erinnern. Insgesamt werden zwei Wegelinien durch den neuen Kirchpark führen, Teilabschnitte sollen von Freiwilligen aus der Gemeinde selbst gepflastert werden.
Auf Kooperation setzt man mit den Eigentümern der malerischen Gebäude hinter der Kirche. Das Ensemble der fünf Häuser aus dem 18. Jahrhundert veranschaulicht gut den Charakter der Kirchburg von einst. Den bisherige Schlackeweg im Eingangsbereich der Häuser will man durch roten Klinker ersetzen. Der alte Zaun soll verschwinden, um den Kirchpark optisch offen zu halten. Noch nicht gelöst ist die Frage, wo die Anwohner ihre Autos parken können.
Die Baukosten wurden mit 360 000 Euro veranschlagt. Davon tragen das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen 44 Prozent, den Rest teilen sich Kirchen- und politische Gemeinde. Als Baubeginn wurde das Frühjahr 2013 ins Auge gefasst.
Stefan Buchholz
Zur Sache
Franz Huchtkemper vom Kirchenvorstand hat sich intensiv mit der Geschichte der Johanniskirche beschäftigt. Eine erste Holzkirche entstand in dem Ort vermutlich schon im elften Jahrhundert. 200 Jahre später ließ man eine romanische Steinkirche erbauen, zu deren Relikten der heutige Turm zählt. Die Anlage wurde wohl als Kirchburg angelegt. Sie könnte den Menschen im Mittelalter als Zuflucht gedient haben. Zu Beginn der frühen Neuzeit erweiterte man die Kirche um eine Halle im gotischen Stil. Ein letzter Anbau erfolgte im 19. Jahrhundert. Zu jener Zeit legte man auch die Begräbnisstätte rund um die Kirche an, die 1972 entwidmet wurde. Vor gut zehn Jahren renovierte die Gemeinde ihre Kirche für rund 2,2 Millionen Euro.
