12.05.2017

Erste oberirdische Begräbnisstätte in Nordhorn

Der Tod – das Tor zum Leben

Zum ersten Mal ist in Nordhorn eine oberirdische Begräbnisstätte entstanden. Auf einem Friedhof in der Stadt besteht jetzt die Möglichkeit, in einer von vier Stelen eine Urne beisetzen zu lassen.

Pfarrer Ulrich Högemann segnete die neue Urnengrabanlage in Nordhorn. Foto: Anna Solbach

Es ist ein sonniger Tag, als Pfarrer Ulrich Högemann die neue Urnengrabanlage auf dem Friedhof am Deegfelder in Nordhorn segnet. Ein Kolumbarium, das oberirdisch steht, gibt es in der Stadt noch nicht. Es ergänzt die vielen unterirdischen Beisetzungsformen auf dem Friedhof.Der Pfarrer sagt, dass ein solches Kolumbarium die christliche Bestattungskultur durch verschiedene gestalterische Elemente weiterführt. Die Urnengrabanlage ist barrierefrei von allen Seiten zu erreichen. Sie bietet Platz für 72 Urnen. Vier Stelen können jeweils 18 Urnen aufnehmen – vorgesehen sind je sechs Einzelurnen und sechs Doppelkammern für zwei Urnen. Auf einer hellen Verschlussplatte werden der Name des Verstorbenen sowie die Lebensdaten aufgeschrieben.

Die Idee, die Urnengrabanlage auf dem Friedhof zu bauen, hatten die Mitglieder des Friedhofsausschusses, denen der Pfarrer ausdrücklich dankt. Zehn Personen bilden das Team, das sich zwei Jahre lang mit dem Thema befasst hat. Möglich gemacht haben den Bau die Nachkommen der Familie Povel. Im Hintergrund sieht man ein Kreuz und eine Darstellung der Pietà von der alten Grabanlage. „Maria ist Vorbild im Glauben und im Trauern“, sagt Pfarrer Högemann.

Der Friedhof ist die letzte Ruhestätte, für die Angehörigen und alle Besucher ist er nach Högemanns Worten auch ein Ort des Innehaltens, der Trauer und der christlichen Zuversicht. Auf den vier Stelen finden sich deshalb als weiteres Gestaltungselement Worte mit christlichem und österlichem Bezug: „Mors Porta Vitae“ (Der Tod ist das Tor zum Leben), „Weg, Wahrheit, Leben“ (Johannes 14,6), „Requiescat in Pace“ (Er/Sie möge ruhen in Frieden) und „Glaube, Hoffnung, Liebe“ (1 Korinther 13,13). (sol)