Rechenschwächen rechtzeitig erkennen

Die Welt der Zahlen verstehen

Für die meisten Erstklässler ist Rechnen kein Problem. In der Regel haben sie schon im Kindergarten grundlegende Vorstellungen von Mengen entwickelt. Aber nicht allen Kindern gelingt der Einstieg in die Welt der Zahlen. Ein Screening des „Zentrums für angewandte Lernforschung" in Osnabrück soll helfen.

„Das führt in späteren Klassen sogar so weit, dass einige Kinder den Schulbesuch verweigern und nur mit medizinischer und psychologischer Hilfe wieder ,schulfähig‘ gemacht werden“, so Inge Palme, Referentin für Beratung und Fortbildung des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie. Das eigentliche Problem, nicht rechnen zu können, werde oft nicht erkannt.

Auch die Kinderärzte sehen bei den Vorsorgeuntersuchungen viele Vorschulkinder mit Defiziten, die unzureichend gefördert werden. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder-und Jugendärzte (BVKJ),  betont: „Wir können es uns aufgrund der Bevölkerungsentwicklung nicht leisten, nur ein einziges Kind zu vergessen und seine Fähigkeiten nicht bestmöglich zu fördern, damit alle gute Voraussetzungen für die Schule haben.“

Schon im Kindergarten werden dabei die Weichen fürs Rechnen gestellt. Spielerisch lernen die Kinder, dass eine Anzahl unterschiedlich groß sein kann, dass es möglich ist, Mengen aufzuteilen, zu verteilen, zu vergrößern und zu verkleinern. Das Vorschulalter ist fürs Rechnenlernen eine wichtige Zeit. Folgende Grundlagen sollten Kinder im Umgang mit Zahlen entwickelt haben, bevor sie in die Schule kommen: Ein Kind sollte die Zahlen bis Zehn kennen und möglichst auch rückwärts zählen können. Es muss absehbar sein, dass das Kind die Ziffern auch schreiben und lesen kann. Es sollte die Zahl als Stellvertreter für Mengen verstehen. Und das Kind sollte verstehen, dass eine räumliche Veränderung von Elementen keinen Einfluss auf deren Anzahl hat und daher nicht neu gezählt werden muss.

Ein Screening des „Zentrums für angewandte Lernforschung“ in Osnabrück untersucht bereits bei Kindergartenkindern, inwieweit ein Kind die richtigen Grundlagen für ein Zahlenverständnis entwickelt hat. Es kann ein halbes Jahr vor Schulbeginn eingesetzt werden. Insbesondere Erzieherinnen im Kindergarten bzw. in der Vorschule sollen auf Anzeichen fehlender Basisfertigkeiten aufmerksam werden
Zur frühen mathematischen Bildung werden Fortbildungen angeboten Ziel ist es, den Blick für richtige und falsche Vorstellungen von Zahlen bei den Fünf- bis Sechsjährigen zu schärfen und zu überprüfen. Termine sind der 21. Januar und der 20. April. Voranmeldung unter Tel. 05 41/ 205 22 42

www.arbeitskreis-lernforschung.de
www.bvl-legasthenie.de