12.10.2017

ZDF-Fernsehteam dreht in Emsbüren

Ein Dorf im Rampenlicht

Drei Tage lang drehte ein ZDF-Fernsehteam in Emsbüren. Es soll gezeigt werden, wie eine starke Dorfgemeinschaft die Lebensqualität im ländlichen Raum nachhaltig sichert. Eine wichtige Rolle spielt die katholische Kirche.

Die Kamera war überall mit dabei: ZDF-Dreh in Emsbüren. Foto: Sebastian Hamel

Gedreht wurde für eine Folge der neuen ZDF-Reihe „Plan B“, die immer samstags um 17.35 Uhr ausgestrahlt wird. Das Format möchte im Sinne eines „konstruktiven Journalismus“ nicht die Probleme in den Mittelpunkt stellen, sondern deren Lösungen. Jede Episode behandelt ein bestimmtes Thema – die in Emsbüren produzierte Ausgabe widmet sich unter dem Schlagwort „Dorf 2.0“ den Möglichkeiten, der allgemeinen Landflucht zu begegnen und das Leben im dörflichen Umfeld attraktiv zu gestalten. Neben dem Drehort im südlichen Emsland besuchte das Filmteam zwei weitere Orte, die in der Eifel und in Frankreich liegen.

Als roter Faden zieht sich die Begleitung von Markus Silies durch den Beitrag, der den TV-Journalisten seine Gemeinde zeigt. Silies ist sowohl kirchlich als auch politisch und wirtschaftlich mit dem Ort verbunden: Hauptberuflich als Leiter des Kolping-Bildungshauses in Salzbergen tätig, wirkt er zudem als stellvertretender Bürgermeister und seit rund einem Jahr als Vorsitzender der Gewerbepark Emsbüren GmbH.

Gemeinsam ging es zu verschiedenen Stationen, die auch den Wandel des Emslands „vom Armenhaus zur Vorzeigeregion“ dokumentierten. Silies berichtet, dass die positive Entwicklung dem Engagement der Menschen vor Ort zu verdanken sei, die sich stark mit der Region identifizierten. Das komme auch in verschiedenen ehrenamtlichen Projekten zum Ausdruck – zum Beispiel beim Umbau der Alten Ahlder Schule zu einem Dorfgemeinschaftshaus, was ebenfalls im Drehplan berücksichtigt wurde.

Als „Finale" folgte ein Krabbelgottesdienst

Gleich vier der Drehorte hatten einen kirchlichen Kontext: Während am ersten Filmtag, einem Freitag, der Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Jugendzentrums Michaelsheim anstand, wurde tags darauf dem Kolping-Bildungshaus ein Besuch abgestattet. Am Sonntagmorgen veranstalteten die Gemeinden im Kirchspiel Emsbüren einen Bauernmarkt zum Erntedankfest vor der St.-Andreas-Kirche, als „Finale“ folgte am Nachmittag ein Krabbelgottesdienst am Heimathof Emsbüren, an dem zahlreiche Kinder mit ihren Eltern teilnahmen. „Die katholische Kirche gehört mit dazu“, sagt Markus Silies. Als prägender Faktor biete sie den Menschen von klein auf ein Lernfeld, Verantwortung für den Nächsten zu übernehmen. Viele Ehrenamtler im Ort hätten ihre Wurzeln in der Kirche.

Regisseurin Birgit Tanner war am Ende der drei Drehtage beeindruckt: „Wir haben mehr gesehen als gedacht“, berichtet sie. Auch Protagonist Silies ist zufrieden: „Es war anstrengend, aber spannend.“ Das bürgerliche Engagement sei „ein Schatz, den wir haben“. Er ist überzeugt: „Das zu würdigen, ist mir eine Herzensangelegenheit.“ Der Termin für die Ausstrahlung im November wird noch bekanntgegeben.

Sebastian Hamel