09.08.2017

Raphaelswerk berät in Osnabrück

Für eine Rückkehr in Würde

Ein Fachverband der Caritas bietet Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive eine Beratung für eine Rückkehr in ihr Heimatland an. Weil der Bedarf an solchen Gesprächen steigt, gibt es sie jetzt auch in Osnabrück.

1871 wurde es gegründet, um Menschen, die Deutschland verlassen wollten, vor diesem Schritt umfassend zu beraten. Längst hat das Raphaelswerk, ein Fachverband der Caritas, seine Aufgaben geweitet. Heute werden zum Beispiel nicht nur Auswanderer informiert, sondern auch im Ausland lebende Deutsche, die zurückkehren wollen. Seit einiger Zeit gehört auch die Beratung von Flüchtlingen zum Angebot, die ohne Bleibeperspektive in Deutschland sind. Ab dem 16. August bieten zwei Mitarbeiterinnen solche Gespräche auch in Osnabrück an.

„Wir wollen eine Rückkehr in Würde ermöglichen“, sagt Magdalena Kruse. Die Sozialpädagogin arbeitet üblicherweise in Hannover, jetzt wird sie zwei- bis dreimal im Monat, beginnend mit dem 16. August, im Wechsel mit ihrer Kollegin Angelika Wagner in Osnabrück tätig sein. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Beratung von Menschen, die besonders verletzbar sind, wie sie sagt: „Da geht es mir um alleinreisende Mütter mit Kindern, Großfamilien oder Alte und Kranke.“

Kruse bezieht sich auf ein aktuelles Ziel der deutschen Flüchtlingspolitik, nämlich Menschen, die keine Bleibeperspektive haben oder aus als sicher eingestuften Herkunftsländern kommen, schnell in ihre Heimat zurückzuführen. „Deshalb wollen wir diesen Personenkreis umfassend beraten, mögliche Perspektiven hier und im Heimatland aufzeigen, über Hilfen für den Start im Heimatland informieren und diese vermitteln.“

Günter Sandfort, stellvertretender Direktor des Osnabrücker Diözesan-Caritasverbands, freut sich über die Kooperation mit dem Raphaelswerk: „Wir gehen davon aus, dass der Beratungsbedarf weiterhin steigt. Die freiwillige Rückkehr halte ich für humaner und sie sollte deshalb immer die Priorität vor einer Abschiebung haben“, sagte er jetzt während einer Pressekonferenz. Und weil die Beratung für die Caritas ein wichtiges Anliegen sei, werde der Verband diese Arbeit zunächst mit 15.000 Euro unterstützen. (pe)

Die neue Sprechstunde findet alle zwei Wochen mittwochs (ungerade Wochen) von 10.30 bis 13.30 Uhr in der Caritas-Beratungsstelle Große Rosenstraße 39/40 statt. Terminvereinbarung: Telefon 05 11/7 00 52 06 11.