06.09.2017

Messdienertag in Ahmsen

Feuer und Flamme für den Altardienst

85 Messdiener kamen zum fünften Messdienertag der Pfarreiengemeinschaft „Miteinander“ in Ahmsen zusammen. Unter dem Motto „It‘s flambo time“ färbten sie Kerzen und feierten einen Lichter-Gottesdienst. Der Leib Christi war selbstgebacken.

Mit den eigens zuvor bunt gefärbten Flambo-Kerzen feierten die Messdiener eine Messe. | Foto: Christoph Deters

Meistens sind sie im Hintergrund, hinter dem Pfarrer, zwar sichtbar, aber doch in der zweiten Reihe mit Fahnen, Weihrauchfässern oder Leuchtern. Doch für einen Abend stehen die Messdiener im Mittelpunkt: 85 Jungen und Mädchen im Alter zwischen neun und 14 Jahren hatten sich zum fünften Messdienertag in Ahmsen angemeldet.

„Es soll ganz locker zugehen“, erklärt Christoph Deters vom Pfarrgemeinderat Ahmsen, selbst ehemaliger Messdiener. Halb Ahmsen scheint auf den Beinen zu sein, um den Messdienern einen schönen Abend zu bereiten. Viele ehrenamtliche Helfer und ehemalige Messdiener sind da, um sich um das Unterhaltungsprogramm zu kümmern. Bereits im Vorfeld haben die Gemeindemitglieder Unmengen an Kerzenwachs gespendet, um die Kerzen bunt zu färben – die Messdiener liegen ihren Gemeinden offenkundig am Herzen.

Nach einer kurzen Einführung und alkoholfreien Cocktails machen die Kinder sich in Gruppen auf zu einer Rallye durch den Wald und bis zur Waldbühne. Unterwegs suchen die Messdiener kleine grüne Boxen mit Sinn- und Bibelsprüchen darin. An der Waldbühne warten verschiedene Stationen auf sie: eine Slackline, ein Bibelquiz oder eine Station, an der Kerzen mit Wachs bunt gefärbt werden. Aus den Boxen dröhnt eine Technoversion von „Lautdato si“.

Eine stärkere Verbindung zu Gott

Den Messdienern aus den sechs Gemeinden Ahmsen, Lähden, Holte-Lastrup, Lahn, Vinnen und Wachtum geht es nicht nur um den Spaß an Abenden wie diesen, auch wenn der natürlich auch dazugehört, wie die elfjährige Rena bestätigt.

In der Pfarreiengemeinschaft „Miteinander“, wie sich die sechs Gemeinden zusammen nennen, trifft man viele Messdiener und ehemalige Messdiener an. Nach der Erstkommunion den Dienst am Altar anzutreten, ist üblich, immerhin sind die Freunde auch schon Messdiener, man kennt und mag sich, so schildern es Simon und Nino, beide neun Jahre alt, die seit diesem Jahr Messdiener sind – ebenso wie ihre Freunde. Auch Deters kann diesen Eindruck bestätigen. Zwar kennen sich manche Messdiener schon untereinander aus dem Dorf, der Schule oder dem Sportverein, und doch lässt sich immer wieder beobachten, dass „die Kirche Menschen zusammenbringt, die sonst nicht zusammengekommen wären“, erzählt er, während er Hotdogs für die Messdiener vorbereitet. Seine Tochter ist mittlerweile auch Ministrantin.

Für die meisten Ministranten ist das Dienen mehr als ein Hobby, wie etwa der Fußballverein. So erzählt die zehnjährige Alexandra: „Ich bin Messdienerin, weil ich gerne bete und weil ich die Geschichten von Jesus mag.“ Auch Caroline, ebenfalls zehn, ist ihre Verbindung zu Gott wichtig – und als Messdienerin lasse sich diese besser halten. „Es ist schön, wenn ich dem Pastor helfen kann“, erzählt sie überzeugt und ihre Freundinnen nicken. Christiane kann dem nur zustimmen: Wie alle ihre Freunde ist auch sie Messdienerin und steht gerne vorne am Altar, wo sie dem Priester hilft.

Über ihre Lieblingsdienste am Altar sind sich die Messdiener auch schnell einig. Alexandra und Marie freuen sich, wenn sie das Weihrauchfass schwenken dürfen – Marie hat diesen Dienst am Vortag erstmalig übernommen und freut sich schon auf das nächste Mal. Schellen und Fürbittenvorlesen schaffen es ebenfalls in die „Top 5“ der beliebtesten Altardienste. Ganz weit vorne steht jedoch das Anzünden der Adventskranzkerzen und der Dienst als Kerzenträger.

Die Organisatoren hatten insofern den richtigen Riecher, als sie den diesjährigen Messdienertag unter das Motto „It‘s flambo time“ gestellt haben. Mit großer Begeisterung färben die Ministranten ihre Kerzen rot, blau und grün – möglichst bunt sollen sie sein.

Mit viel Liebe zum Detail geplant

Am Abend kommen die Kerzen dann zum Einsatz, im Gottesdienst trägt jedes Kind seine selbst gefärbte Kerze und die an den Bäumen angebrachten bunten Scheinwerfer sorgen für einen stimmungsvollen Gottesdienst in der Abenddämmerung. Der Leib Christi stammt nicht aus der Hostienbäckerei. Stattdessen hat Deters Mutter die kleinen Leiber in liebevoller Handarbeit in der heimischen Küche nach den Vorgaben des Vatikans gebacken und so lange daran gefeilt, bis sie perfekt waren und den Messdienern gegeben werden können. Der Messdienertag der Gemeinde „Miteinander“ bringt eben nicht nur die Ministranten der verschiedenen Gemeinden zusammen, sondern auch alle Generationen der sechs Dorfgemeinden.

Nadine Vogelsberg