Caritas Osnabrück vergibt erstmals Umweltpreis

Global denken, lokal handeln

Um den Einsatz für die Umwelt zu fördern, hat der Caritasverband für die Diözese Osnabrück erstmals Kirchengemeinden und soziale Einrichtung mit dem Umweltpreis ausgezeichnet. Dieser Preis ist mit insgesamt 7000 Euro dotiert.

 

Die Preisträger, Weihbischof Johannes Wübbe (3.v.l.) und Caritasdirektor Franz Loth (rechts) nach der Verleihung des Caritas-Umweltpreises. Foto: Caritas Osnabrück

 

Den ersten Preis, 3000 Euro und ein Lastenfahrrad, nahm Silvia Selinger-Hugen für das Caritas-Gesundheitszentrum für Familien Norderney GmbH entgegen. Die vier Häuser des Gesundheitszentrums haben sich seit 2012 einiges einfallen lassen: zum Beispiel die Beleuchtung auf LED umgestellt, den Papierverbrauch reduziert und alle Wasserhähne mit Spareinsätzen versehen. Die Gäste können seit einiger Zeit selber bestimmen, wann ihre Bettwäsche gewechselt wird, was den Verbrauch erheblich senkt und die Zufriedenheit der Gäste steigert. Weiterhin wurden Umweltstandards bei Um- und Neubauten berücksichtigt. Intensive Schulungen der Mitarbeiter runden das Engagement der Norderneyer Einrichtung ab.

Den zweiten Preis, einen Scheck über 2000 Euro und ein E-Bike, erhielt die Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt in Moormerland. Fair gehandelt oder regional – so könnte ihr Motto lauten. Die Kirchengemeinde feiert Feste und Veranstaltungen ausschließlich mit fair gehandelten oder regionalen Produkten. Auch der Blumenschmuck in der Kirche kommt entweder aus dem eigenen Garten oder vom Gärtner aus der Region. Weiterhin sind eine neue effektivere Dämmung für die Wände des Gemeindehauses sowie der Wechsel zum Ökostromanbieter Teil der Energiesparmaßnahmen der Gemeinde.

Den dritten Preis teilen sich die zur Pfarreiengemeinschaft Hasegrund gehörenden Gemeinden Lage-Rieste und Neuenkirchen-Vörden sowie das St.-Franziskus-Haus Bad Iburg. Beide erhalten jeweils 1000 Euro und besichtigen zudem die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück. In den beiden Gemeinden engagiert sich der Ausschuss „Mission-Entwicklung-Frieden“ für ein bewusstes Kauf- und Konsumverhalten. Neben Informationsveranstaltungen und thematischen Gottesdiensten geht es deshalb auch mal raus in die Natur: Gemeinsam wurden beispielsweise schon NABU-Lehrpfade erwandert.

Das neugebaute Alten- und Pflegeheim St. Franziskus-Haus in Bad Iburg betreibt vielfältige Energieeinsparungen: ein Blockheizkraftwerk und eine Pelletheizung sorgen für umweltbewusste Strom- und Wärmeversorgung, LED-Leuchten, Zeitschaltuhren im Innen-  sowie Dämmerungsschalter im Außenbereich verringern den generellen Strombedarf. Zudem werden Lebensmittel so eingekauft, dass Verpackungsmüll weitgehend reduziert wird.

In seiner Laudatio wies Weihbischof Johannes Wübbe auf den engen Zusammenhang zwischen der Bewahrung der Schöpfung und dem Einsatz für die Menschen hin: „Wir müssen global denken und lokal handeln. Die Projekte, die heute den Preis erhalten, liegen auf dieser Linie: Sie stehen für lokales Handeln und haben eine globale Perspektive“, sagte er. Caritasdirektor Franz Loth machte deutlich, weshalb der Wohlfahrtsverband den Preis verleiht: „Mit dem Umweltpreis setzen wir ein Zeichen gegen Trägheit und Resignation. Der Einsatz für die Umwelt ist ein Gewinn für die Zukunft.“