Katecheten sprechen in Haselünne über Miteinander der Generationen

Großeltern sind ganz wichtig

Keiner ist zu jung und keiner ist zu alt – um über den Glauben zu sprechen. Aber wie kann das miteinander gelingen? Mit dieser Frage befasste sich der Katechetische Kongress in Haselünne. Eine zentrale Erkenntnis: Die Großeltern sind dabei ganz wichtig.

Katechetischer Kongress – das ist ein Treffen aller, die sich in den Gemeinden um die Weitergabe des Glaubens kümmern. So sitzen im Pfarrheim von St. Vincentius Tischmütter neben Firmkatecheten und Pfarrgemeinderäten, Familienmesskreise neben Gemeindereferentinnen und Priestern. Knapp 70 Gäste sind das, die sich austauschen und für ihre Arbeit in den Pfarreien miteinander lernen wollen. Ihr Leitmotiv ist zugleich des Leitwort des Katechetischen Prozesses in unserem Bistum: „Vom Wort des Lebens sprechen wir“. Im Mittelpunkt steht an diesem Samstag dabei die Frage, wie das zwischen Jung und Alt funktionieren kann.

Denn die Großeltern spielen eine zentrale Rolle in der Glaubenskommunikation zwischen den Generationen – findet Andreas Wittrahm. Der Caritas-Fachbereichsleiter aus Aachen gibt den Zuhörern in seinem von Portraits unterlegten Vortrag viel Stoff für dieses Thema. Er spricht davon, wie wichtig Beziehungen und Interesse, Akzeptanz und Anerkennung in diesem Zusammenhang sind. Sehr deutlich sagt er, dass die Großeltern es leichter haben, mit ihren Enkeln über den Glauben zu reden als die Eltern — in aller absichtslosen Gelassenheit, mit der Ausstrahlung ihres ganzen Lebens. „Mit den Alten braucht man nicht zu konkurrieren. Sie müssen auch nichts ‚aus den Jüngeren machen‘. Sie können sie einfach sein lassen.“ Witt-rahm glaubt, dass das am besten bei einer praktischen Arbeit oder einem gemeinsamen Projekt gleichen Interesses gelingen kann. Was diese These für die Katechese vor Ort bedeutet, „müssen wir jetzt mal überlegen“, sagen Hildegard Rickermann und Klaus-Heinrich Rahe, die den Kongress vorbereitet haben.

"Erzähl man, wie es früher war"

Ein Beispiel kann vielleicht das Filmprojekt „Erzähl mal, wie es früher war“ im Erzbistum Köln sein. Jugendliche haben dafür Senioren befragt, wie diese als Kinder Erntedankfest gefeiert oder das erste Mal die Kommunion bekommen haben. Daraus sind über 100 Kurzfilme entstanden. Mehr noch als die technische Produktion ist Efi Goebel, zuständige Referentin für die dortige Familienpastoral, aber der daraus entstandene Kontakte zwischen Jung und Alt wichtig. Denn auch als die Kamera längst ausgeschaltet ist, geht das Gespräch noch weiter. Gern gibt Goebel Tipps, wie solch‘ ein Projekt „etwas abgespeckt“ auch in einer Gemeinde stattfinden könnte – zum Beispiel durch kommentierte alte Fotos. Vielleicht eine Idee für die Firmvorbereitung?

Die Kongress-Gäste nehmen an dem Nachmittag weitere Ideen aus elf Workshops mit. Wie wichtig es ist, dass Familien im Angesicht eines nahen Todes miteinander sprechen, erklärt der Nordhorner Pastoralreferent Ludger Pietruschka in seiner Kleingruppe: „gerade über bisher Ungesagtes“. Der Grafschafter Dekanatsjugendreferent Rainer Axmann präsentiert, wie junge Leute und jung gebliebene Ältere einen traditionellen Glaubensort wie Wietmarschen entdecken könnten – durch modernste Technik. Auf dem Weg dorthin durchs Moor bekommt der Pilger über ein Handy spirituelle Impulse und Informationen. Noch aber ist das Projekt in der Entwicklungsphase. Mit Erfolg erprobt ist dagegen eine Idee aus Emsbüren. Da schmieden (Groß)Eltern kleine Kreuze für die Erstkommunion-Kinder. Das ist handgreifliches Beten im besten Sinn.

„Erzähl mir, wie es früher war“: So heißt ein Filmprojekt im Erzbistum Köln, bei dem Jugendliche und Senioren vor der Kamera über die Bedeutung ihres Glaubens gesprochen haben. Die kurzen Filme, jeweils passend zum Kirchenjahr, können auf der Internetseite www.familien234.de oder hier angesehen werden. Weitere Infos zu dem Projekt per E-Mail: efi.goebel@erzbistum-koeln.de

Petra Diek-Münchow