Mit einer Stammzellenspende hat Kathrin Vismann aus Schwagstorf einer kranken Frau neue Hoffnung gegeben. Wenn alles gutgeht, wird die ihr unbekannte Frau dank dieser Spende überleben.
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Stammzellenspenderin Kathrin Vismann mit ihrer Urkunde. Foto: Andrea Kolhoff |
Es war im Jahre 2004, als Kathrin Vismann sich in Osnabrück an einer Typisierungsaktion beteiligte und eine Blutprobe abgab. Ihr Blut wurde untersucht („typisiert“), das Ergebnis bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registriert. Später erhielt Kathrin Vismann mehrere Male Briefe, dass sie möglicherweise als Spenderin für Stammzellen infrage komme, Genaues wisse man, wenn weitere Untersuchungen zum Abgleich der genetischen Merkmale erfolgt seien. Diese Briefe zu erhalten, war aufregend, denn damit rückte die Möglichkeit, Stammzellenspenderin zu werden, nahe. Doch die Merkmale passten nicht gut genug zusammen.
Im Juni 2011 erhielt Vismann ein Schreiben, in dem es hieß, dass sie als Spenderin mit großer Wahrscheinlickeit infrage komme. Die 25-Jährige, die beim Bistum als Kauffrau für Bürokommunikation im Fachbereich Gemeindepastoral arbeitet, füllte einen Fragebogen aus und gab beim Hausarzt eine aktuelle Blutprobe ab. Bald stand fest: Kathrin Vismann war der gesuchte genetische Zwilling für eine andere Person.
Eingehende Gespräche mit Vertretern der DKMS folgten, in denen es darum ging, ob sie wirklich bereit wäre, Stammzellen zu spenden. Ja, sagt Kathrin Vismann, das sei für sie gleich klar gewesen, zumal ihr Bruder im Jahr davor Stammzellen gespendet hatte und sie gewusst habe, was auf sie zukommt.
Aufenthalt in der Uniklinik Münster
Bis zum Tag der Spende verging noch einige Zeit, weil die Empfängerin zunächst zu geschwächt war. Am 25. November war es so weit. Kathrin Vismann fand sich zur Stammzellenspende in der Uniklinik Münster ein. Die Prozedur, bei der das Blut viermal durch ihren Körper geschickt wurde und dabei die Stammzellen gesammelt wurden, habe Ähnlickeit mit einer Dialyse. „Das tut nicht weh.“ Sie musste still liegen bleiben und konnte dabei einen Film anschauen.
Fünf Tage zuvor hatte Kathrin Vismann Medikamente erhalten, damit ihr Körper genügend Stammzellen produziert. „Die Spritzen habe ich mir von meiner Mutter geben lassen.“ In diesen fünf Tagen entwickelte sie grippeähnliche Symptome, zum Beispiel Müdigkeit und Gliederschmerzen, ein Zeichen dafür, dass ihr Körper genügend Stammzellen produziert.
Schnell war klar, dass schon am ersten Tag ausreichend Stammzellen gesammelt werden konnten und keine zweite Spende nötig war. Und jetzt erfuhr sie, dass die Stammzellen für eine 55-jährige Frau aus Deutschland bestimmt waren. Sie denke oft daran, wie es dieser Frau gehe, sagt Kathrin Vismann. Noch ist nicht klar, ob die Behandlung anschlägt. Dass sie spenden durfte, mache sie trotzdem froh: „Ich würde es immer wieder tun.“
Andrea Kolhoff
Weitere Informationen: www.dkms.de
