18.05.2017

Küsterdienst in Meppen

Junges Team in der Sakristei

In der Meppener Gemeinde St. Maria zum Frieden übernehmen in fast allen Gottesdiensten junge Leute den Küsterdienst. Sie sind stolz darauf, auf diese Weise Verantwortung in der Kirche zu übernehmen.

Corinna und Jan Quednow, Lukas Schröder und Meike Bölscher (v.l.) übernehmen den Küsterdienst in Meppen-Esterfeld. Foto: Petra Diek-Münchow

Ein kurzer Blickwechsel zwischen Pastor Dietmar Hagemann und Jan Quednow in der Sakristei. „Samstag wieder mit Weihwasser?“, fragt der 17-Jährige den Seelsorger. Der nickt und ergänzt noch: „Und denk bitte dran, dass bei den Kerzen ein Feuerzeug liegt.“ Jan speichert den Hinweis im Kopf ab – mehr Absprachen brauchen beide für die nächste Messe gar nicht. „Es funktioniert einfach!“, sagt Hagemann mit einem Lächeln.

Denn Jan Quednow ist Küster in der Meppener Gemeinde St. Maria zum Frieden. Genau wie seine Schwester Corinna Quednow, wie Meike Bölscher, Julius Fickers, Anna und Lukas Schröder. Sie sind zwischen 16 und 21 Jahren jung und übernehmen mit Irmgard Schwering den Küsterdienst in allen Gottesdiensten. Zwei- bis viermal im Monat stehen sie auf dem Plan, bei Hochfesten natürlich auch öfter. Einige sind schon mehrere Jahre dabei, andere haben gerade angefangen. „Die Esterfelder freuen sich, dass so junge Leute diese Aufgabe machen“, sagt Hagemann. Und das hat schon lange Tradition in dem Meppener Stadtteil. Es kommt nach Worten des Pastors zwar einem Ehrenamt gleich, aber die Jugendlichen sind „richtig beim Bistum angemeldet und bekommen auch eine kleine Aufwandsentschädigung“.

„Das Geld spielt aber gar keine Rolle für uns“, sagt Corinna Quednow. Wie ihre Mit-Küster(innen) nennt die 19-Jährige ganz andere Gründe für den Dienst. Die Freude an der Arbeit, die Gemeinschaft im Team, die Verantwortung – und das Gefühl, ganz praktisch und sinnvoll in der Gemeinde mitwirken zu können. Alle sind über ihre Familien fest verwurzelt in St. Maria zum Frieden, sind dort groß und erwachsen geworden: in der Kinderkirche und in Familienmessen, als Messdiener und Gruppenleiter. Corinna Quednow sieht das „Küstern irgendwie auch als Beförderung“ an. „Das ist hier mein Bereich. Und darauf bin ich auch ein bisschen stolz“, sagt die junge Frau.

„Mehr Gedanken über Gott und Glauben“

Meike Bölscher nickt bei diesen Worten, aber die 16-Jährige sieht noch einen anderen Vorteil. Wenn sie in der Sakristei die Messe vorbereitet und dabei vom Mikro einschalten bis zum Tabernakel aufschließen eine lange Liste verschiedener Aufgaben abarbeitet, empfindet sie das als Ausgleich zum normalen Alltag – „das sind dann zwei Stunden nur für mich.“

Und was sagen die Freunde dazu, dass sie in der Kirche so aktiv mitmachen? Da schauen sich die jungen Leute schmunzelnd an. „Nicht alle können das verstehen, aber die meisten akzeptieren es“, sagt Lukas Schröder. Viel öfter erlebt er, dass andere Jugendliche sich dafür eigentlich gar nicht interessieren. Kontroverse Diskussionen gibt es daher eher selten. Wenn Corinna Quednow von ihrer Arbeit erzählt, hört sie erstaunte Fragen: „Wovon redest du da überhaupt?“ Denn Begriffe wie Agnus Dei, Ambo oder Aspergill sind nicht allen so geläufig. Was die bedeuten, erklären die jungen Küster übrigens auch Erstkommunionkindern bei Führungen durch die Kirche.

Ob der Küsterdienst sie verändert hat oder noch verändern wird, können die jungen Leute selbst noch gar nicht beantworten. „Man macht sich aber schon mehr Gedanken über Gott und seinen Glauben. Es ist irgendwie selbstverständlicher geworden“, sagt Lukas. Für Jan und seine Schwester Corinna hat das Engagement in der Gemeinde schon ihr Leben beeinflusst. Er lernt jetzt die Orgel zu spielen und sie studiert Theologie auf Lehramt.

Petra Diek-Münchow