8. Juli

Kilian von Würzburg

Kilian von Würzburg

Geschichte: Der Wanderbischof Kilian entstammte einer vornehmen iroschottischen Familie. Zunächst schloss er sich dem Kloster des heiligen Columban an. Später studierte er dann die Wissenschaften seiner Zeit, wurde zum Bischof geweiht und pilgerte schließlich nach Rom, um die Bestätigung zu erhalten für seinen inneren Auftrag, Glaubensbote zu sein.

Mit seinen zwölf Mitstreitern, darunter der Priester Kolonat und der Diakon Totnan, zog Kilian nach Germanien, um für den christlichen Glauben zu werben. Als der Missionsbischof um 686 nach Würzburg kam und sich dort niederließ, fand er kein überzeugendes christliches Leben vor. Sogleich ermahnte er das Herzoghaus, das vor allem wegen Ungerechtigkeit, Tyrannei und Unterdrückung seiner Untertanen bekannt war, die Gesetze einzuhalten. Sowohl den Adel, als auch die einfachen Menschen rief er zu einem Leben nach dem Evangelium auf. Solange die Reichsgewalt die Glaubensboten schützen konnte, durfte Kilian ungehindert predigen und die heiligen Mysterien spenden. Als aber die Friesen ins nördliche Merowingerreich einfielen und alle Kräfte dorthin abgezogen wurden, veranlasste das herzogliche Haus im Jahre 689 die Ermordung der Missionare.

Letzter Auslöser der Bluttat war, das Kilian von Herzog Gosbert verlangt hatte, sich von seiner Frau Gailana, die die Witwe seines Bruders war, zu trennen. Eine solche Witwenehe war nach dem weltlichen römischen Recht zwar erlaubt, aber das kirchliche Recht verbietet solche Verbindungen.

Die Legende berichtet, dass die Herzogin, als ihr Mann auf dem Kriegszug im Norden war, Kilian und seinen Gefährten während der Nachtwache in der Kirche auflauern ließ. Den gezückten Schwertern streckten die Heiligen noch das Evangelienbuch entgegen. Aber die Täter ließen sich davon nicht weiter beeindrucken. Später verwischten die Mörder alle Spuren ihres Überfalls und verscharrten die Leichen.

Dass Kilian tatsächlich als Bischof von Würzburg wirkte, wird in verschiedenen Quellen verneint, dennoch gilt Kilian als der Apostel des Frankenlandes.

Herkunft des Namens: keltischen Ursprungs; er bedeutet entweder „Krieg, Kampf, Kämpfer“ oder „Mann der Kirche, Mönch“