23.05.2017

Unterstützung durch Kolpingsfamilie Glane

Lehrer baut Schule in Benin

Kokou Noël Dassou hatte eigentlich für sein erstes Auto gespart. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen baute er von dem Geld eine Schule in seinem Heimatland Benin – eine heute angesehene Einrichtung, auch dank der Hilfe aus Deutschland.

Mehr als afrikanische Folklore verbindet die Kolpingsfamilie Glane mit Kokou Noël Dassou (Mitte) aus Benin. Foto: Stefan Buchholz

Dass sich Kokou Noël Dassou in dem bitterarmen Land etwas ansparen konnte, lag und liegt an seinem regelmäßigen Einkommen als Lehrer. Mit seinen sehr guten Deutschkenntnissen unterrichtet er neben seiner Schulleiterstelle bis heute Offiziersanwärter der Armee. Sie werden später von der Bundeswehr in Deutschland militärisch ausgebildet.

Dassou selbst lernte bereits als Jugendlicher Deutsch. Zum einen in der Schule, zum anderen über eine Brieffreundschaft mit Rita Grimm aus Glane. Nach langen Jahren des Schreibens sahen sich die beiden erstmals 1989 in Deutschland. Dassou hatte wegen glänzender Noten im Deutschstudium ein Semester in Hamburg finanziert bekommen. Zurück in seinem Heimatland, bekam Dassou mit dem Examen in der Tasche erste Kontakte zur Bundeswehr in Benins Hauptstadt Cotonou.

Vor deren Toren bewirtschaftete Dassou für seine Familie einen Acker. Hier halfen Jugendliche bei der Ernte. Von ihnen hörte er von den weiten Wegen, die sie täglich zur Schule haben. „Irgendwann war es klar, dass ich ihnen helfen will.“ Von dem Geld, was er eigentlich für ein Auto angespart hatte, kaufte er ein Grundstück. Zwar reichte das Ersparte nicht ganz, aber der Verkäufer fand Dassous Plan gut und gestattete Ratenzahlungen.

Für 70 Euro pro Jahr lassen sich Schulgeld und Essen für einen Schüler finanzieren

Stück für Stück ging es mit der Schule voran. Ende 1998, bei einem seiner regelmäßigen Deutschlandbesuche – Dassou muss sich beim Bundessprachenamt in Hürth immer wieder fortbilden – erzählte er auch bei den Freunden in Glane von seinem Vorhaben. „Ritas Vater hat 500 D-Mark auf den Tisch gelegt. Davon konnten in Benin die Dächer aus Wellblech gekauft werden“, erzählt Dassou. Bei dem einmaligen Finanzzuschuss blieb es nicht. Seit jener Zeit unterstützen die Glaner Kolpingsfamilie und Einwohner die wachsende Schule. Die jährlichen Einnahmen der Tannenbaumsammelaktion und eines Flohmarktes werden überwiesen.

Manche Glaner bitten an Geburtstagen und Jubiläen um Spenden statt Geschenke. Etabliert hat sich auch eine sogenannte Schulplatzförderung: Für 70 Euro pro Jahr lassen sich so Schulgeld und das Essen für einen der aktuell 548 Schüler finanzieren. Geld braucht es auch für die rund 50 Lehrer, Erzieherinnen und Köche. Neben der Unterstützung aus Glane gibt es weitere Förderer aus Bielefeld und Steinhagen.

Wie Dassou bei seinem jüngsten Bildervortrag in Glane berichtete, läuft die Privatschule auf einem so hohen Ausbildungsniveau, dass der Staat ihn als Schulleiter verpflichtet hat, Abschlussprüfungen abzunehmen. „Dafür müssen wir weitere Schulbänke und Sanitäranlagen vorweisen, die selbst finanziert werden müssen.“ Hilfe ist bereits in Sicht: Mitte August werden die Einnahmen eines großen Flohmarktes in Glane erneut an Dassous Schule überwiesen.

Stefan Buchholz

Weitere Infos: www.schule-bethleem.de