17.05.2017

Familienwallfahrt in Wietmarschen

Maria – ein Vorbild im Glauben

Rund 2000 Pilger aus der Grafschaft Bentheim und dem Landkreis Emsland werden an diesem Sonntag zur Familienwallfahrt in Wietmarschen erwartet. In der Marienkapelle werden sie einen neuen Gebetszettel entdecken.

Andreas Eiynck und Irmgard Partmann zeigen den Gebetszettel, der in der Kirche ausliegt. Foto: Petra Diek-Münchow

„Es passt genau ins Gotteslob“, sagt Irmgard Partmann und hebt den Gebetszettel hoch. Auf dem ersten Blatt ist das „Gnadenbild“ von Wietmarschen zu sehen: die Muttergottes-Statue mit Jesuskind aus dem 13. Jahrhundert. Das Foto hat Hartwig Wachsmann in der Marienkapelle aufgenommen, in der Besucher Gottesdienste feiern oder Ruhe finden können. Partmann klappt den kleinen Flyer auf und liest Gebete und Texte: über das Marienbildnis, über die Seligpreisungen aus der Bibel, über Gottes Worte an die Mutter Jesu, über Begegnungen zwischen Menschen und warum Maria ein Vorbild im Glauben sein kann.

Andreas Eiynck und Irmgard Partmann haben die Texte im Innern des Gebetszettels geschrieben. Eiynck, Leiter des Emslandmuseums in Lingen, liefert zum Beispiel Informationen über den historischen Hintergrund des „Gnadenbildes“, Partmann steuert die Gebete und  Impulse bei. Darin hat sie viel Erfahrung, denn sie hat seit 2005 schon 30 Bücher veröffentlicht: vor allem religiös geprägte Kinder- und Geschenkbände, ein kürzlich erschienenes Werk befasst sich auch mit Tod und Trauer. Die Wietmarscherin, die viele Jahre in der St. Johannes-Gemeinde unter anderem als Lektorin engagiert war, will bei ihrer Arbeit spirituelle Themen in moderne Worte fassen – „für die Menschen von heute.“

150 „Wallfahrtsbrote" für den guten Zweck

Das hat sie auch für den 50-seitigen Führer durch die Wallfahrtskirche und den Stiftsbereich gemacht, der bereits im vergangenen Jahr erschienen war. Der neue Gebetszettel soll ein weiteres Angebot für die vielen Pilger sein, die regelmäßig St. Johannes besuchen. Sie dürfen den Zettel mit nach Hause nehmen; es liegen viele Exemplare davon in der Kirche aus.

Wallfahrer können im früheren Verwalterhaus neben der Kirche von 12 bis 18 Uhr die Ausstellung über „Das Stift Wietmarschen und die Reformation“ besichtigen. Andreas Eiynck und Christina Heinevetter haben sie in den vergangenen Monaten erarbeitet. Die Ausstellung erzählt in drei Abschnitten von der Geschichte des mittelalterlichen Benediktinerinnenklosters in Wietmarschen, von den Folgen der Reformation, vom freiweltlich-adeligen Damenstift in barocker Zeit und dem Wiederaufblühen der Wallfahrt seit 1921. Die Besucher sehen viele Originalexponate wie Kreuze, Primizkelche und Wallfahrtsandenken.

Außerdem werden 150 „Wallfahrtsbrote“ angeboten. Der ortsansässige Bäcker Martin Osterkamp verkauft die 750-Gramm-Laibe für jeweils vier Euro beim Äbtissinnenhaus – ein 5-Korn-Joghurtbrot, das speziell für die Wallfahrt hergestellt wird. Ein Teil des Erlöses fließt in soziale Aufgaben in der Gemeinde. „Unsere Gedanken zur Entstehung des Wallfahrtsbrotes waren: Brot – Symbol für Teilen – Brot brechen“, sagt Irmgard Klewing vom Pfarrgemeinderat.

Petra Diek-Münchow


„Gottes Wort leben“: Unter diesem Leitmotiv steht am Sonntag, 21. Mai, die Familienwallfahrt nach Wietmarschen. Der Gottesdienst im Stiftsbusch mit Weihbischof Johannes Wübbe beginnt um 10.30 Uhr. Die Pfarreiengemeinschaft Lingen-Süd mit St.-Bonifatius, St. Alexander, Christ König und St. Gertrudis hat die Messe vorbereitet. Um 14 Uhr beginnt die Abschlussandacht in der Kirche.