30.03.2016

Messdiener aus dem Bistum Osnabrück sind zum Treffen in Paderborn eingeladen

Mit Weihrauch zur Wallfahrt

Quizzen, schnuppern und ausprobieren: Beim Messdienertreffen in der St.-Joseph-Gemeinde Osnabrück drehte sich diesmal viel um Weihrauch und Co. Und um die Wallfahrt im Juni nach Paderborn.

 

Weihrauch ist nicht gleich Weihrauch: Marie-Pauline, Sarah und Lea (v. l.) probieren sich durch die Düfte edler Rauchwaren. Foto: Stefan Buchholz

„Hab’ ich jetzt ein Pontifikalamt verpasst?“ Der Gemeindeorganist wundert sich ob der dichten Rauchschwaden, die durch die Werktagskapelle und die Sakristei der St.-Joseph-Kirche in der Osnabrücker Südstadt wabern. Nein, den Bischof hat der Musiker nicht versäumt. Dafür aber kokelnde Ministranten. Aus einer Palette verschiedener Weihrauchgläser durften die nämlich mal kennenlernen, dass es neben dem normalen Weihrauch noch andere exquisite Duftnoten gibt.

Marie-Pauline Kipp hat gleich zwei Sorten zum Glühen gebracht. „Da ist Rose und Akazie drin“, sagt die Zehnjährige. Seit einem Jahr ist sie Messdienerin in St. Joseph. Mit ihr dabei ist meist Sarah Brüggemann. Sie hat weniger gute Erinnerungen wegen zu üppig eingesetzten Weihrauchs. „Ich habe einmal Kopfschmerzen davon bekommen“, erzählt sie ihren jungen Kolleginnen.

Zwölf Jungen und Mädchen sind zum Treffen an einem Samstagvormittag in den Gemeindesaal von St. Joseph gekommen. In der Pfarreiengemeinschaft tun Woche für Woche 86 Ministranten ihren Dienst. Schwester Halina ist zuständig für die Jugendpastoral mit dem Schwerpunkt „Messdiener“. Zusammen mit den Gruppenleitern unter den Gottesdiensthelfern und ein paar Firmlingen hat sie das „Fastentreffen“ vorbereitet, wie man die jährliche Veranstaltung der Messdiener hier nennt. Mit dabei war stets Timo Hilberink, der zuständige Referent für Ministrantenpastoral im Bistum. Der 37-Jährige wird mit seinem rot-weißen Mini-Mobil gerufen, wenn man in Sachen Messdiener mal wieder neuen Schwung in der Gemeinde braucht. Oder größere Veranstaltungen plant, wie die jetzt in St. Joseph.

Paderborn erwartet im Juni 8000 Messdiener

Apropos größere Veranstaltung: Timo Hilberink macht den jungen und älteren Ministranten gleich die kommende Nordwestdeutsche Messdiener-Wallfahrt nach Paderborn schmackhaft. 8000 Messdiener aus acht Bistümern werden im Juni erwartet, sagt Hilberink (siehe „Service“). Ein Film nebst Bildern vom Treffen vor vier Jahren in Kevelaer hat Lisa Wohlfarth neugierig gemacht. Sie will unbedingt mit dabei sein. „Weil ich gerne draußen und unterwegs bin.“ Und weil es auch einen Pilgerweg geben soll. Die Zehnjährige will dabei schon mal für die Telgter Wallfahrt üben. Mehr um die Gemeinschaft während des Messdienertreffens in Paderborn geht es Julian Wessel. Er ist einer der Gruppenleiter und war schon in Kevelaer dabei. „Es stärkt einfach, wenn man so viele junge Leute sieht und merkt, dass man mit seinem Glauben nicht alleine ist.“

Nach einem Quiz à la „Der große Preis“ mit zum Teil kniffligen Fragen („Wie nennt man die Kleidung der Messdiener für Jungen und für Mädchen?“), können die jungen Ministranten in Workshops gehen. Dort kann man etwa ein eigenes Weihrauchgefäß aus einer Konservendose basteln.Dabei hilft den Jüngeren Frederik de Weerd. Er wird bald gefirmt. Und macht das auch aus freien Stücken, wie er sagt. Bei dem Messdienertreffen ist er dabei, weil man sich schon in der Firmvorbereitung für ein Projekt entscheiden sollte. „Warst du früher auch Messdiener?“, will Jacob Witte von ihm wissen. Nein, sagt Frederik. Sonntags stand immer Fußball im Verein an – und das wollte er lieber machen, gibt er unumwunden zu.

Das Weihrauchfass richtig einsetzen

Das Treffen der Messdiener hilft auch, einige Aufgaben spielerisch einzuüben, wie Schwester Halina jetzt erklärt. So können die Jüngeren schon mal lernen, wie man das Weihrauchgefäß einsetzen muss. Keine leichte Sache, denn es braucht die richtigen der fünf Finger, eine korrekte Handhaltung und Höhe, um den Rauch gezielt zur Geltung zu bringen.

Ganz wichtig findet die Ordensfrau dabei die Rolle der älteren Messdiener. „Sie sind die Vorbilder für die Jüngeren und bereiten sie gut auf die späteren Aufgaben vor.“ Sagt’s und ruft alle zu einem kurzen Gebet zusammen. Nur kurz, weil nebenan im Pfarrsaal schon original zubereitete Hot Dogs fertig sind. Übrigens: Die hat der Gemeindeorganist dann tatsächlich verpasst.

Stefan Buchholz

 

 

Zur Sache

In allen Kirchengemeinden sollten in den vergangenen Wochen die Flyer für die Ministrantenwallfahrt am 18. Juni nach Paderborn eingegangen sein. Wer noch keinen hat, sich aber anmelden möchte, sollte beim Gruppenleiter oder im Pfarrbüro nachfragen. Bis zum 17. April sind Anmeldungen noch möglich, die über die Gemeinde erfolgen.

Am Wallfahrtssamstag werden die Teilnehmer mit Bussen in den Gemeinden abgeholt. In Paderborn laufen sie die letzten fünf Kilometer zu Fuß zum Maspernplatz, wo ein zentrales Mittagsgebet stattfindet. Nach dem Essen geht es dann weiter in die Stadt, wo viele Überraschungen auf die Teilnehmer warten, die auch mit den zahlreichen Quellen der Pader zu tun haben. Rund 8000 Ministranten werden zum Abschlussgottesdienst erwartet, der live im Internet übertragen wird.

Weitere Infos: www.bistum.net/ministranten
Das Programm der Messdienerwallfahrt zum Herunterladen