Kolping bietet Freizeit für benachteiligte Familien an

Nach Geld wird nicht gefragt

Viele Familien können es sich nicht leisten, in Urlaub zu fahren. Um ihnen trotzdem eine Auszeit vom Alltag zu ermöglichen, bietet das Kolpingwerk Osnabrück in Salzbergen für Eltern und Kinder eine fünftägige Freizeit an. Mit 71 Personen ist das Angebot ausgebucht.

 

Spiele rund um das Kolpinghaus: Die Familienfreizeit in Salzbergen macht Jugendlichen und Kindern viel Spaß.
Foto: Elisabeth Tondera

„Einerseits freuen wir uns, dass unser Angebot so gut angenommen wird. Aber es wäre natürlich besser, wenn so eine Freizeit für benachteiligte Familien gar nicht nötig wäre“, sagt der Leiter des Kolping-Bildungshauses in Salzbergen und Diözesansekretär, Markus Silies. Er findet es wichtig, die Kolpingsfamilien für die Not in ihrer Umgebung zu sensibilisieren – und freut sich daher, dass viele von ihnen für die Freizeit gespendet haben.

Zusammen mit Zuschüssen des Landes können deshalb die Kosten für die Teilnehmer niedrig bleiben. „Wir fragen nicht nach dem finanziellen Hintergrund. Hier spielt es keine Rolle, warum die Familie sich keinen Urlaub leisten kann“, betont Sandra Rickermann. Sie gehört zum Leitungsteam, das die fünf Tage mit Spielen, Ausflügen und Zeit zum Ausspannen vorbereitet hat.

Die Teilnehmergruppe ist bunt gemischt, kommt aus dem ganzen Bistum. Alleinerziehende Mütter und Väter gehören ebenso dazu wie Frauen aus Schutzhäusern und Familien, die von Hartz IV leben müssen oder kinderreiche Familien. Viele kennen die Freizeit aus dem vergangenen Jahr. So wie Bernardino Ribeiro mit seinen drei Kindern. „Die Kinder fragen schon, ob wir wieder hinfahren. Sie können draußen spielen, wir erleben immer etwas Neues. Nächstes Jahr kommen wir gerne wieder“, erzählt der alleinerziehende Vater.

„Mit vier Kindern ist es schwierig, zu verreisen“

Auch Stefanie Osigwe ist mit drei Kindern zum dritten Mal gekommen. Ihr gefällt es besonders gut, dass „man von Anfang an ganz herzlich aufgenommen wird. Hier kümmert sich jeder um jeden“. Claudia Rolfes ist Erzieherin und genießt es, mit ihrer Familie Urlaub machen zu können. „Mit vier Kindern ist es schwierig, zu verreisen“, sagt sie. Es ist ihr wichtig, dass im Kolping-Bildungshaus noch Werte zählen. „Hier ist alles super organisiert, wir lernen verschiedene Menschen kennen. Die Kinder haben sofort Freunde wiedergetroffen.“

Sandra Rickermann ist sehr zufrieden mit dem Ablauf. Auch ihre beiden Söhne (13 und 16) machen die Freizeit mit. „Das Besondere hier ist, dass das Alter der Kinder keine Rolle spielt. Die Großen spielen mit den Kleinen, keiner wird ausgegrenzt“, berichtet sie. Alle Mitglieder des Teams haben ihre Kinder dabei. Eine Tochter von Ruth Schwegmann fährt direkt danach zu Rolfes, am Ende der Ferien kommt eine der Rolfes-Töchter zu Schwegmanns.

„Es ist schön, wenn sich über die Freizeit hinaus Kontakte ergeben. Wir möchten den Teilnehmern signalisieren, dass sie bei Kolping eine Anlaufstelle finden“, meint Silies. 2013 soll die Freizeit erneut stattfinden.

Elisabeth Tondera

 

 

Ideen für die Arbeit mit Familien

Der Kolping-Arbeitskreis „Familie im Fokus“ hat erneut ein Materialheft für die Arbeit mit Familien herausgegeben. Die fünfte Broschüre in der Reihe „ideenreich“ stellt kreative Aktionen für Groß und Klein vor: für zu Hause, den Familienkreis der Kolpingsfamilie oder Familientage. Zu diesem Thema gibt es am 14. Oktober von 15 bis 18 Uhr einen Familiennachmittag im Kolping-Bildungshaus Salzbergen. Die Materialhefte sind im Emslandbüro des Kolpingwerkes unter Telefon 0 59 76/9 49 40 oder per E-Mail zu erhalten: info@kbs-salzbergen.de