Ehemaliges Finanzamt wird zur Notunterkunft „Haus Johannes"

Neuankömmlinge statt Steuerakten

Nach „Haus Malta“ in Diepholz ist „Haus Johannes“ in Osnabrück die zweite von den Maltesern betriebene Flüchtlingsunterkunft im Bistum. Das ehemalige Finanzamt-Land in der Hannoverschen Straße wurde jetzt eingeweiht.

 

Diakon Harald Niermann segnete die Räume. Fotos: Ulrich Brakweh
 

Das niedersächsische Innenministerium beauftragte die Osnabrücker Malteser im vergangenen Herbst damit, die neue Notunterkunft im leerstehenden Finanzamt-Land einzurichten. Das Gebäude bietet Platz für 400 Flüchtlinge. Umbau und Renovierung erfolgten unter Zeitdruck. Zuletzt packten Katastrophenschutzhelfer der Malteser mit an, um die Zimmer mit Betten und Matratzen auszustatten. Im Außenbereich gibt es nun eine Notfalltreppe, im Innenhof stehen moderne Duschcontainer. Elektro-, Brandschutz- und Heizungsanlagen wurden geprüft, Bodenbeläge zum Teil erneuert. Im Keller des Hauses will die Pfarreiengemeinschaft Osnabrück-Süd eine Kleiderkammer betreiben. Das Marienhospital beliefert die Kantine mit Essen.
 

„Haus Johannes": Notfalltreppe und Duschcontainer
im Innenhof

„Die Flüchtlingshilfe erinnert uns an die Ursprünge der Malteser zur Kreuzritterzeit. Im elften Jahrhundert gründeten erste Ordensmitglieder in Jerusalem ein Hospital zur Versorgung der Kriegsopfer und Flüchtlinge“, erklärt Diözesanleiterin Octavie van Lengerich. Benannt wurde „Haus Johannes“ nach dem Schutzpatron der Malteser. Diözesanseelsorger Diakon Harald Niermann segnete die Räume. „Wir möchten den Hilfesuchenden wieder ein Dach über dem Kopf geben, vor allem aber menschliche Zuwendung“, sagt er. Hausleiter Norbert Wemhoff ergänzt: „Wir nennen die Ankommenden deshalb nicht mehr Flüchtlinge, sondern Gäste.“

Die Notunterkunft beschäftigt 21 Mitarbeiter, von Hausmeistern und Küchenpersonal über Service- und Verwaltungskräfte bis hin zu Sozialpädagogen und Erzieherinnen. Ehrenamtlich tätige Ärzte der „Malteser Migranten Medizin“ bieten auch hausärztliche Sprechstunden an. (kb)

Tische, Bänke und Sitzecken – alles ist vorbereitet: Im ehemaligen Finanzamt Osnabrück-Land haben 400 Flüchtlinge Platz.