Die Herz-Jesu-Gemeinde in Gersten freut sich über ihre neuen Schwestern. Seit Jahresanfang leben drei Ordensfrauen aus Südindien im alten Pfarrhaus. Sie arbeiten im Alten- und Pflegeheim in Lengerich.

Angekommen: Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ute Pleus (l.), Pfarrer Heiner Mühlhäuser und Pfarrsekretärin Christa Prekel (r.) begrüßen Schwester Rani, Schwester Merlin und Schwester Shiney (v.l.) im Gerstener Pfarrhaus.
An den starken Kaffee müssen sich die drei Savina-Schwestern erst noch gewöhnen. Aber mit so manch‘ anderer Tradition kennen sie sich schon aus. Zum Gespräch im Wohnzimmer des kleinen Konvents servieren Schwester Rani (32), Schwester Merlin (37) und Schwester Shiney (39) emsländischen Stollen. „Ja, sie sind immer sehr gastfreundlich“, sagt Pfarrer Heiner Mühlhäuser und nimmt sich gern ein Stück Gebäck.
Das gilt auch umgekehrt. Denn die drei Ordensfrauen erzählen mit herzlichem Lächeln, wie gut die Pfarreiengemeinschaft Lengerich/Bawinkel/Gersten/Handrup/Langen/Wettrup sie aufgenommen hat. „Die Nachbarn haben uns schon mit Brot und Salz begrüßt“, erzählt Schwester Shiney von ersten Besuchen. Auch mit der Verständigung klappt es dank eines Sprachkurses immer besser. „Wir haben sogar schon etwas Plattdeutsch gelernt.“
Nach Kenntnis von Heiner Mühlhäuser sind es die ersten Ordensfrauen für das gut 1200 Einwohner zählende Dorf Gersten. Er berichtet von der Idee dazu und von den Gesprächen mit dem Maria-Anna-Hospital in Lengerich. Dort werden die drei gelernten Krankenschwestern und bald examinierten Altenpflegerinnen sich um die Bewohner kümmern. Generalvikar Theo Paul hatte bei einem Besuch in Rom Kontakte zum Generalat des Savina-Ordens geknüpft. „Heutzutage hat es einen hohen Stellenwert, Schwestern in einer Gemeinde zu haben“, sagt Mühlhäuser und denkt an die vielen Konvente, die in den vergangenen Jahren geschlossen werden mussten. Ihre Präsenz und Gebete könnten das Glaubensleben bestärken. Auch die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ute Pleus glaubt, dass die Niederlassung für Herz-Jesu „sehr fruchtbar“ sein kann.
Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand haben sich laut Mühlhäuser „enorm dafür eingesetzt“. So ist das alte Pfarrhaus saniert und umgebaut worden. Oben gibt es jetzt eine Kapelle für die Anbetungsstunden der Schwestern. Außerdem soll hier künftig zwei Mal im Monat eine Messe gefeiert werden, auch für Gäste aus dem Dorf. „Wir wollen gern in der Gemeinde mithelfen“, sagt Schwester Shiney.
Petra Diek-Münchow
Zur Sache
Die drei Ordenfrauen gehören der „Kongregation der Schwestern der Armen von der heiligen Katharina von Siena“ an. Die Kurzform „Savina-Orden“ leitet sich von Savina Petrilli ab, die die Gemeinschaft 1873 in Italien gegründet hatte. Heute gibt es 25 Niederlassungen mit über 700 Schwestern in Italien, Brasilien, Argentinien, Indien, den Philippinen und Paraguay. Sie arbeiten in Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen, Gemeinden sowie für Menschen mit Behinderungen und AIDS-Patienten. In Deutschland gab es bisher keine Savina-Schwestern – der Gerstener Konvent ist die erste Niederlassung.