07.12.2017

Installation „Friedenslicht aus dem Artland"

Peace, Mir, Salam, Shalom

Kann es Wege zum Frieden geben? Darüber kamen Jugendliche in Quakenbrück mit Friedrich Hillen ins Gespräch. Der pensionierte Lehrer stellte die Installation „Friedenslicht aus dem Artland“ vor.

Stelen mit leuchtenden Glasplatten: Die weißen Flächen symbolisieren die Wege des Friedens. | Foto: Andrea Kolhoff

Draußen ist es gerade noch hell, als die Jugendlichen die Kirche betreten. Im Inneren dämmert es sehr, doch die Objekte aus Stahl und Glas sind gut zu erkennen. Die sieben Stelen, die als Kunstwerk mit dem Titel „Friedenslicht aus dem Artland“ geschaffen wurden, leuchten auch im Dunkeln, tatsächlich von innen heraus: Jede Stele bietet Platz für eine Lampe, die eine schräg aufgesetzte Glasplatte von unten anstrahlt. So bleiben die Platten auch in der dunklen Kirche strahlend hell. Gut ist zu sehen, dass sie verschiedene Farben haben, sich aber hellere Wege auf den  Oberflächen schlängeln.

Das, so erklärt es Friedrich Hillen den Jugendlichen, seien Wege des Friedens. Hillen, ehemaliger Leiter der Grundschule Hengelage, stellt an diesem Nachmittag den Konfirmanden der evangelischen Gemeinde St. Petrus die Friedenslichtinstallation vor. Er erläutert das Material – Stahlblech, das zu einem  Kubus geformt wurde – und die Schriftzüge, die das Wort Frieden in verschiedenen Sprachen zeigen: englisch „Peace“, französisch „Paix“, arabisch „Salam“, hebräisch „Shalom“ und russisch „Mir“.

Auf Deutsch steht „Frieden“ an der Stele mit der blauen Platte, die für die Arktis steht. Der Schriftzug „Mir“ kommt zweimal vor. Mir hieß auch die sowjetische  Raumstation, die im Zuge der internationalen Zusammenarbeit auch von Astronauten aus anderen Ländern genutzt wurde und für Friedrich Hillen als ein Symbol für ein gutes Miteinander bei der Weltraumforschung steht.

„Mir“ steht aber auch auf der kleinsten Stele, die eine weiße Platte trägt und die Antarktis repräsentiert. Unter dem Eis ist noch Land. Der weiße Kontinent ist schon jetzt ins Visier vieler Staaten geraten, die seine Bodenschätze ausbeuten möchten, sobald das möglich ist.

Skulptur kann ausgeliehen werden

Friedrich Hillen lässt einige Jugendliche aufstehen und als Repräsentanten eines Landes die Position „ihres“ Staates verdeutlichen. „America first“ sagt Nikita als Vertreter der USA und grinst. Selbstverständlich werde man dort Erdgas fördern, sagt er im Rollenspiel. Damit gibt er ein Beispiel, wie Sturheit dem Frieden entgegenstehen kann. Hillen appelliert an die Jugendlichen, ihren eigenen Weg zum Frieden zu suchen, auch im Alltag.

Frieden beginne im Kopf und sei eine Frage der Bildung, meint Hillen, der Friedensgedanke müsse in die Welt getragen werden. Es sei möglich, die Stelen  auszuleihen und in der Kirche oder im Pfarrheim zu zeigen. Er baue die Installation dann vor Ort auf und sei auch bereit, sie zu erläutern.

Die Skulptur wurde auf Initiative des Ausschusses „Mission, Entwicklung, Frieden“ der katholischen Pfarreiengemeinschaft im Artland mit Jugendlichen der Berufsbildenden Schulen Bersenbrück geplant. Die Umsetzung erfolgte mit Unterstützung von Firmen aus der Region. Die Glasplatten fertigte der Künstler Klaus Happek aus Pilsum an. Finanziert wurden die Stelen von der Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken Niedersachsen.

Andrea Kolhoff

Ausleihe über Friedrich Hillen, Telefon 0 54 34/12 01, E-Mail: friedrich-hillen@gmx.de