Diskussion in Meppen um das „Sterben in Würde“

Plädoyer für das Leben

„Lasst mich gehen!“ So ist eine Diskussionsveranstaltung in der nächsten Woche in Meppen überschrieben. Es geht um aktive und passive Sterbehilfe, um Palliativmedizin und Hospiz-Hilfe  – vor allem aber um das wichtige Thema „ Sterben in Würde“.

Diese Begriffe – sie prägten gerade in den vergangenen Monaten eine heftige, oft sehr emotional geführte Debatte. Der eine ist für aktive Sterbehilfe, die andere strikt dagegen – mit jeweils guten Gründen. Genau darum dreht sich eine Podiumsdiskussion am 20. April in Meppen. Sie fügt sich ein in die Veranstaltungen zur ökumenischen „Woche für das Leben“ vom 18. bis 25. April. Auch sie rückt das „Sterben in Würde“ in den Focus.

Und über dieses Thema möchten die Hospizhilfe Meppen, die Hospiz-Stiftung Niedersachsen und das Meppener Krankenhaus mit ihrer gemeinsamen Veranstaltung auch im Emsland reden. „Wir brauchen eine breite gesellschaftliche Diskussion darüber – eine Sprache und eine Haltung dazu“, sagt die Meppener Hospiz-Vorsitzende Carmen Breuckmann-Giertz.

Doch bei aller Offenheit in diesem Themenfeld: Die Hospizler und das Krankenhaus beziehen vor dem Abend eine ganz klare Position – natürlich gegen Sterbehilfe. „Wir geben ein Plädoyer für das Leben ab, bis zum Schluss“, sagt die Meppenerin. „Wir wollen ein Sprachrohr dafür sein, wie Leben bis zum Ende würdig gestaltet werden kann. Wir müssen das Leben in seiner ganzen Fülle verstehen und anerkennen – auch mit seiner Brüchigkeit.“

„Nicht nur über Paragraphen sprechen“

Deshalb stellen sich in Meppen Anwälte, Krankenschwestern, Ärzte, Hospizhelfer und Weihbischof Johannes Wübbe der Kontroverse um das Thema Sterbehilfe. Und sie wollen ihre christlich begründete Haltung dazu klar machen. Gleichzeitig möchten sie aufklären und informieren. „Noch immer werden viele Begriffe völlig durcheinander geworfen“, sagt zum Beispiel Marina Hülsebus. Was ist aktive Sterbehilfe, was ist passive Sterbehilfe, was bedeutet der ärztlich assistierte Suizid? Und welche Konsequenzen hat das – für die Handelnden und für unsere Gesellschaft? Das möchte die Fachanwältin gern deutlich erklären. Wichtig ist der Meppenerin dabei, „nicht nur über Gesetze und Paragraphen“ zu sprechen. Sondern über die ganz menschlichen Aspekte des Themas.

Das ist auch Stefanie Olliges wichtig – Krankenschwester und Hospizhelferin aus Sögel. Sie sagt, worauf es ankommt: sich mit Kopf, Herz und Hand um Sterbende zu kümmern. Der Ruf „Lasst mich doch gehen!“ hängt nach ihren Erfahrungen oft mit der Angst der Sterbenden zusammen. Angst davor, die Angehörigen zu belasten. Angst davor, am Ende alleine zu sein. Angst davor, nicht alles geklärt zu haben. Angst davor, starke Schmerzen zu haben.

Aber dabei könnten eine gute Begleitung und eine wirksame Palliativmedizin helfen. „Wir können heute die Patienten so einstellen, dass sie wirklich schmerzfrei sind“, sagt Olliges. „Die Angst vor dem Tod kann eine Linderung erfahren, wenn wir mit dem Leben antworten“, erklärt Carmen Breuckmann-Giertz.

Die Podiumsdiskussion beginnt am Montag, 20. April, um 20 Uhr im Atrium des Krankenhauses Ludmillenstift an der Lingener Straße in Meppen. Daran nehmen Marina Hülsebus (Fachanwältin für Sozialrecht), Petra Joumaah, (Kinderkrankenschwester, Landtagsabgeordnete und Oberbürgermeisterin in Bad Münder), Dietrich Keller (Chefarzt am Borromäus-Hospital in Leer), Stefanie Olliges (Krankenschwester, Lehrerin für Pflegeberufe und Hospizhelferin in Sögel) und Johannes Wübbe (Weihbischof des Bistums Osnabrück) teil. Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Ludger Abeln. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Petra Diek-Münchow

Zur ökumenischen „Woche für das Leben“ findet am 22. April um 18 Uhr in der Propsteikirche in Meppen außerdem ein Gottesdienst statt: mit Weihbischof Johannes Wübbe, dem lutherischen Landessuperintendenten Detlef Klahr und der reformierten Präses Ilse Landwehr.