09.12.2011

"Weihnachten wird unterm Baum entschieden"

Protest gegen Werbeslogan

"Weihnachten wird unterm Baum entschieden" - mit diesem Slogan wirbt der Elektronikriese Media Markt zur Zeit. Doch die Werbebotschaft erntet heftige Kritik von kirchlicher Seite.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick forderte, die umstrittene Werbekampagne „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ zu stoppen. „Nicht der Baum und die Geschenke sind entscheidend für Weihnachten, sondern die Geburt Christi“, sagte Schick. Für Christen und viele andere Menschen sei dieser Slogan inakzeptabel. Zuvor hatte schon der Münchner Weihbischof Wolfgang Bischof an die Handelskette appelliert, das „unwürdige und beleidigende Schauspiel unverzüglich“ zu beenden.

„Die Frohe Botschaft von Weihnachten wird mit dieser Werbekampagne ad absurdum geführt“, kritisierte Schick. Die Erklärung der Media Markt-Sprecherin, es liege dem Unternehmen fern, religiöse Symbole oder Glaubensinhalte herabzuwürdigen, sei nicht überzeugend. Die Media-Saturn-Holding habe auch schon mit dem Werbespruch „Geiz ist geil“ eine der Hauptsünden in der christlichen Tradition als Werbespruch missbraucht.

Der Münchner Weihbischof Bischof beklagte, die Werbung reduziere eines der höchsten Feste der Christenheit auf einen Konsumwettbewerb, dessen vermeintliche Entscheidungsschlacht am Heiligen Abend geschlagen werde. Er unterstütze den Protest kirchlicher Gruppen gegen die Kampagne. Erzbischof Schick sprach der Initiatorin, der Bamberger Pastoralreferentin Melanie Zink, seinen Dank aus, diese Aktion für die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) ins Leben gerufen zu haben. Zinks Initiative im Sozialnetzwerk Facebook mache deutlich, dass für viele Menschen die „Ware Weihnacht“ nicht die „wahre Weihnacht“ sei, sagte Schick.

Die Facebook-Gruppe mit der Überschrift „Weihnachten wird an der Krippe entschieden“ zählt inzwischen fast 16.000 Unterstützer. In einem Interview mit dem Internetportal katholisch.de sagte Zink zu den Motiven ihrer Aktion, ihr gehe es nicht um eine Kampagne gegen das Unternehmen. Sie wolle vielmehr eine „kritische Aufmerksamkeit“ der Öffentlichkeit fördern und klar machen, „dass es an Weihnachten nicht um den Wettbewerb der Geschenke geht“. An den Werbeauftritten von Media Markt störe sie insbesondere, dass das Unternehmen gezielt Milieus anspreche, für die eine bestimmte technische Ausstattung wichtig sei. Zink: „Diese Kundschaft springt auf die Art von Werbung an, kann sich die Produkte aber unter Umständen gar nicht leisten.“

Die Facebook-Seite "Weihnachten wird an der Krippe entschieden" - hier

(kna)