28.09.2017

Kinder aus Osnabrück machen mit

Rollern für den Klimaschutz

Die Vorschulkinder der Kindertagesstätte St. Maria Rosenkranz im Osnabrücker Stadtteil Schinkel-Ost haben eine Woche lang Abgase gespart, wo es nur geht. David ist mit dem Roller zur Kita gefahren, Bens Familie hat für manche Wege auf das Auto verzichtet. Die Kita beteiligt sich an der Kampagne „Kindermeilen“, des europäischen Klimabündnisses, das die Stadt Osnabrück zurzeit in fünf Kindergärten modellhaft erprobt.

Kinder aus der katholischen Kindertagesstätte Maria Rosenkranz in Osnabrück
haben etwas für den Klimaschutz getan. Foto: Thomas Osterfeld

Barbara Rolfes betreut die 25 Vorschulkinder in der Kita an der Windthorststraße. „Wir haben die Jungen und Mädchen gefragt, was man alles ohne Auto machen kann. Für jeden Weg, den sie eine Woche lang zu Fuß gegangen sind, mit dem Roller, dem Rad oder auf Inlinern oder mit Bus gefahren sind, durften sie morgens einen Punkt auf eine Leiste malen.“ Diese Punkte – 36 waren es in Schinkel-Ost – werden zusammen mit den Punkten aus den anderen fünf Einrichtungen, darunter auch die Kindertagesstätte St. Antonius aus dem Stadtteil Haste, vom Fachdienst Umweltplanung gesammelt und an das europäische Klimabündnis weitergeleitet. Das Bündnis überreicht alle Punkte Anfang November der UN-Klimakonferenz in Bonn, als Beitrag der Kinder zum Klimaschutz und als Aufforderung an die Politiker für mehr Engagement im Klimaschutz.

Stadtbaurat Frank Otte erzählte, in seiner Kindheit sei es normal gewesen, zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule oder zum Kindergarten zu kommen. Heute werde nicht mehr gelaufen. Er ist begeistert, wie fit die Kinder in der Kita St. Maria Rosenkranz beim Thema Klimaschutz sind. „Mit den Kindermeilen bewegen sie auch etwas bei den Eltern.“

Ganz wichtig war der Erzieherin Barbara Rolfes, dass die Kinder die Sache nicht als Wettbewerb begreifen und auch keine Angst davor bekommen, plötzlich wegen der vielen Abgase nicht mehr atmen zu können. „Es sollte Freude machen“, betont auch Rita Sander, Leiterin der Einrichtung. „Es wäre ja auch ungerecht, wenn ein Kind, das nebenan wohnt, lauter Punkte sammelt und eines, das fast aus Gretesch gebracht wird, kaum Chancen hat.“ Daher zählte der Weg zur Kita genauso wie der Einkauf mit dem Fahrrad.

Die Aktion „Kindermeilen“ ist ein Baustein innerhalb des Projektes „Klimaschutz in Osnabrücker Kindergärten“, das vom Fachdienst Umweltplanung in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Kinder der Stadt Osnabrück umgesetzt wird. Finanziert wird das Projekt aus dem Preisgeld „Niedersächsische Klimakommune 2016“, das die Stadt Osnabrück für  vorbildliches Engagement bei der energetischen Gebäudesanierung erhalten hat.

„Ziel des Projektes ist es, das Thema Klimaschutz durch praxisbezogene und möglichst niederschwellige Angebote in die Bildungsarbeit der Kindergärten zu verankern. Als nächste Bausteine werden Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher sowie ein Klima-Puppentheater folgen“, erläutert Cornelia Saure, Fachdienst Umweltplanung, Projektleitung „Klimaschutz im Kindergarten“. Sie hat das Projekt gemeinsam mit Silvia Brüner vom Fachdienst Kinder umgesetzt. „Im kommenden Jahr soll es für alle Kindergärten und Schulen im Stadtgebiet, die daran Interesse haben, geöffnet werden.“

Alle 140 meilensammelnden Kinder Vorschulkinder aus Osnabrück werden Anfang November zu einem kleinen Abschlussfest in das Museum am Schölerberg eingeladen und erhalten eine Urkunde.