Was Flüchtlinge an Deutschland schätzen – und wie Kirchengemeinden helfen können

Sicherheit steht an erster Stelle

Was können die Kirchen dazu beitragen, dass Integration von Flüchtlingen gelingen kann? Diese Frage stellte der Katholikenrat in seiner Vollversammlung verschiedenen Gästen. Auch der 17 Jahre alten Sabrin Louksa aus Syrien.

 

Sabrin Louksa ist vor zwei Jahren mit ihrer Familie aus
Aleppo geflohen und lebt in Oesede. Foto: Petersen

„Sicherheit!“ Sabrin Louksa wiederholt es mehrfach und sagt es mit Nachdruck. Es ist das, was ihr in Deutschland zuerst in den Sinn kam, was ihr an diesem Land besonders gefällt. Zu Hause, im syrischen Aleppo, war sie mit ihrer Familie nicht mehr in Sicherheit. Deshalb beschloss der Vater vor knapp zwei Jahren, sein Heimatland zu verlassen. Die 17-Jährige erzählt unbefangen – von Raketenangriffen, von zerschossenen Schulen, von der geliebten Geige, die sie lange vermissen musste.

Mit ihrer Unbefangenheit beeindruckt sie die Zuhörer in Haus Ohrbeck. So sehr, dass sich vermutlich jeder am Ende der Talk­runde sicher ist, dass Integration genau so gelingen kann: Wenn Flüchtlinge die Sprache lernen, wenn sie begeistert sind von ihrem neuen Umfeld, wenn sie mit offenen Armen empfangen werden.

Traumatische Erlebnisse müssen verarbeitet werden

Dass das nicht immer leicht ist, hat Brigitte Gerdes erlebt. Sie kümmmert sich in Leer ehrenamtlich um Flüchtlinge. Da sind aber auch die traumatischen Erlebnisse, die nicht jeder gleich gut wegsteckt. Neulich musste sie ein Gespräch vermitteln, weil sich ein 14-jähriger Junge nicht zurechtfand.

Der Katholikenrat hat neben den beiden Frauen Fachleute eingeladen von Jugendverbänden, von Kommunalverwaltungen, von kirchlichen Sozialeinrichtungen. Sie hören genau hin, weil sie die Möglichkeit haben, etwas von der Basis zu erfahren. Und sie geben Programmatisches zu Protokoll. Zum Beispiel Bärbel Rosensträter, Fachdienstleiterin beim Landkreis Osnabrück: „In Veränderungsprozessen muss es Hirten geben, die auf einen mutigen Weg hinweisen, der gegangen werden muss“, sagt sie mit Blick auf die Kirchen.

Schließlich gibt auch der Katholikenrat noch etwas mit auf den Weg: ein Papier mit neun Anregungen für Gruppen, die sich um Flüchtlinge kümmern. Es kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden. (pe)