Caritas reagiert mit Jahreskampagne auf älter werdende Gesellschaft

Sind die Lasten noch zu stemmen?

Wie wirkt sich der demografische Wandel auf den Zusammenhalt von Jung und Alt aus? Die Caritas im Bistum Osnabrück will mit der Jahreskampagne „Mach dich stark für Generationengerechtigkeit“ Lösungen aufzeigen.

 

Caritasdirektor Franz Loth stellte die Jahreskampagne des Wohlfahrtsverbandes vor. Foto: Stefan Buchholz

Können die kommenden Generationen zukünftige Lasten noch stemmen? Oder hinterlassen wir Kindern und Enkeln zu viele Baustellen? „Für diese drängenden Fragen müssen wir Antworten und Lösungen präsentieren“, sagt Caritasdirektor Franz Loth. Eng könne es etwa bei der Finanzierung der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung werden. Denn schon bald werde es mehr ältere als junge Menschen geben. „Aktuell stehen 100 Erwerbstätigen 34 Menschen gegenüber, die 65 Jahre und älter sind. Der Anteil der Älteren wird sich in den nächsten vier Jahrzehnten verdoppeln“, sagt Loth.

Die Caritas achtet in diesem Jahr stärker auf die Finanzierung des Sozialversicherungssystems. So lautet eine Forderung des Wohlfahrtsverbandes: „Wer mehr verdient, muss mehr einzahlen.“ Doch der Blick geht über die drohende Krise in den sozialen Sicherungssystemen hinaus. Wichtig sei auch, die Teilhabe der Jüngeren zu gewährleisten. Loth  schlägt vor, das kommunale Wahlrecht für Jugendliche auszuweiten. Zudem brauche es innovative Konzepte, um die Generation der Senioren adäquat versorgen und pflegen zu können.

Stärken will die Caritas auch weiterhin das Ehrenamt. Obwohl derzeit noch schwer gesellschaftlich vermittelbar, spreche man mit der Politik über das Programm „Ehrenamt für Alle“, sagt Loth. Das Ziel: Wer im Laufe seines Erwerblebens ein freiwilliges Jahr absolviere, solle ein sogenanntes Sabbatjahr bekommen.

Außerdem: Gemeinschaft zwischen den Generationen sollen von März bis Oktober die Bundesgenerationenspiele stiften. Die Veranstaltungen finden an verschiedenen Orten statt und es kann jeder mitmachen. „Bei den Spielen geht es nicht um die Höchstleistung des Individuums, sondern der gemeinsame Ansatz wird entscheiden“, sagt Loth. (buc)

www.bundesgenerationenspiele.de