25.04.2017

„Niemand verliert seinen Arbeitsplatz“

Thuiner Orden gibt vier Schulen ab

Der Thuiner Orden gibt vier Schulen in Osnabrück, Papenburg und Lingen an die Schulstiftung des Bistums ab, damit ihr Erhalt dauerhaft gesichert ist. Die Stiftung wächst damit um 2500 Schüler und 200 Lehrer. Die Stiftung versichert: Niemand muss sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen.

Unterricht im Franziskusgymnasium in Lingen-Laxten. Foto: Elisabeth Tondera

Die im Jahr 2001 gegründete Schulstiftung im Bistum Osnabrück soll zum neuen Jahr wachsen. Dann will der Orden der Franziskanerinnen in Thuine vier Schulen in die Stiftung überführen, damit die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt werden kann. Das haben Vertreter beider Seiten in den vergangenen Wochen so besprochen, das haben sie jetzt vor der Presse verkündet. Die Thuiner Kongregation war auf das Bistum zugegangen mit der Bitte, die Trägerschaft der Berufsbildenden Schulen im Marienheim (Osnabrück-Sutthausen), des Lingener Franziskusgymnasiums, der Fachschule St. Franziskus in Lingen-Laxten und des Mariengymnasiums in Papenburg zu übernehmen. In der Schulstiftung sehe der Orden eine adäquate Möglichkeit, dass die Schulen im besten Sinne weitergeführt würden, so Generaloberin Maria Cordis. Aus personellen wie aus finanziellen Gründen sei das dem Orden nicht mehr möglich.

Zuvor hatte die Generaloberin persönlich alle Schulen informiert und war auf Betroffenheit gestoßen weil mancher – Schüler wie Lehrer – in der Ordensschule seine Heimat gefunden habe. „Da ist es aber sicherlich ein Trost, dass die Schulen von einem kirchlichen Träger übernommen werden“, sagte sie. Um den Wechsel gut vorzubereiten, wollen die beiden Schulträger bereits zum Beginn des neuen Schuljahrs im August eng zusammenarbeiten. Die Schulstiftung möchte gerne mit den vier Schulgemeinschaften ins Gespräch kommen, auch schon bevor die Tinte unter den Verträgen trocken ist. Das bezieht Informationen an Eltern und Schüler ebenso ein wie Mitarbeiterversammlungen mit den Lehrkräften und anderen Angestellten der Schulen.

„Mitarbeiter müssen sich keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, Schüler und Eltern nicht um ihren Schulplatz“, betonte Winfried Verburg, Vorstand der Schulstiftung. Die bislang in den Schulen tätigen Schwestern könnten auch weiterhin dort arbeiten. Verburg: „Es ist im Sinne der Stiftung, dass es auch in Zukunft eine Präsenz des Ordens in den Schulen gibt.“ Zur Schulstiftung werden dann 21 Schulen gehören mit mehr als 13.000 Schülerinnen und Schülern. Sie war unter anderem mit der Idee gegründet worden, die Zukunft der katholischen Schulen auf der Bistumslandkarte zu sichern. In den vergangenen Jahren nahmen die Franziskaner in Bardel bereits das Angebot an und überführten das Missionsgymnasium in die Stiftung, die Netter Schwestern brachten die Meppener Marienhausschule ein.

Verburg macht deutlich, dass die Übernahme der Schulen für die Stiftung und, weil deren Mittel nicht ausreichen, vor allem für das Bistum ein Kraftakt ist. „Wer in Niedersachsen und Bremen freie Schulen betreiben will, kann damit kein Geld verdienen“, sagt er. Das Land bezuschusse zwar den laufenden Betrieb, decke aber in der Regel bei weitem nicht die tatsächlichen Kosten. 

Der Thuiner Orden ist bislang Träger von neun Schulen, für fünf von ihnen werden die Schwestern weiterhin zuständig sein: die Grund- und Hauptschulen in Thuine und Schwagstorf (St. Antonius und St. Marien), zu denen jeeils ein Internat gehört, die Berufsbildenden Schulen in Thuine, die Franz-von-Assisi-Schule in Osnabrück und die in Dingelstädt (Bistum Erfurt) gelegene Förderschule St. Franziskus.

Matthias Petersen