27.09.2017

Ökumenische Pilgergruppe in Rom

Verbunden in Glaube und Taufe

Eine konfessionell bunt gemischte Gruppe reiste im September aus Bremen nach Rom, um zu schauen, wie viel Reform im Vatikan angekommen ist. Ihre Eindrücke hielten sie in einer gemeinsamen Erklärung fest. 

Maria Esfandiari (r.) und Hannah Detken (l.) sind sich in der Ökumene oft einig. | Foto: Nadine Vogelsberg
Maria Esfandiari (r.) und Hannah Detken (l.) sind sich in der Ökumene oft einig.  Foto: Nadine Vogelsberg

Als Hannah Detken den Raum betritt, strahlt Maria Esfandiari und steht rasch auf, um sie zu begrüßen. Die beiden gehen so vertraut miteinander um, dass man meinen könnte, sie seien seit Jahren befreundet. Dabei kennen sie sich erst seit zwei Wochen, als sie gemeinsam mit 19 anderen Teilnehmern eine ökumenische Studienreise nach Rom unternommen haben. 

Katholiken und Evangelische in Rom

Die 21 Teilnehmer der Reise wurden gezielt vom katholischen und evangelischen Bildungswerk angesprochen. Sie alle engagieren sich in den Kirchen. Zudem wurde bei der Auswahl darauf geachtet, dass eine ausgewogene Mischung aus Katholiken und Evangelischen, Männern und Frauen, jung und alt dabei ist. So ist Detken evangelische Vikarin an St. Remberti, eine Stellung, vergleichbar mit dem Referendariat eines Lehrers. Esfandiari ist dagegen katholisch. Die Studentin ist die Reformationsbotschafterin der Bremischen Evangelischen Kirche und begleitet als solche das Reformationsgedenken. 

Ökumene ist für beide Frauen so selbstverständlich, dass sie zunächst überlegen müssen, warum Ökumene wichtig für sie ist. Sie ist längst ein gelebter Teil des Alltags geworden. Das bislang erreichte, so Detken, müsse wertgeschätzt werden, doch es sei noch nicht an der Zeit, stehenzubleiben. „Egal wie vielfältig wir sind, wir glauben doch alle an denselben Gott!“, erkärt sie. 

Ganz verschieden und dabei sehr homogen

Esfandiari sieht das ähnlich, und führt als Beispiel ihre bunt gemischte Reisegruppe an „obwohl wir absichtlich so gemischt waren, waren wir sehr homogen und konnten in der Gruppe über alles reden!“, berichtet sie. Viel haben sie gesehen und gehört, während ihrer Zeit in Rom. Sie waren bei Annette Schavan sowie den Kardinälen Walter Kasper und Peter Turkson und besuchten die Gemeinschaft Sant‘­Egidio. Besonders der Besuch bei Sant‘Egidio berührte die Frauen. Die Stimmung im Anschluss an das Krankengebet vermittelte zwar nicht die Atmosphäre einer Messe, sondern „vielmehr die eines Jahrmarkts“, findet Esfandiari, doch die gelebte Gemeinschaft des Gebetstreffens beeindruckte die Esfandiari und Detken. 

Um die vielen Eindrücke und den Willen zum besseren Verständnis der Konfessionen untereinander auszudrücken, haben die Teilenhmer eine Erklärung herausgegeben. „Wir wissen uns verbunden in Christus, in der einen Taufe und dem einen Glauben“, heißt es da. Weiter verpflichten sie sich, alles zu tun, um die ökumenische Freundschaft zu pflegen und die gemeinsame Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung zu tragen. 

Neue Pläne und neue Freunde

Zum Abschied umarmen Detken und Esfandiari einander. Das nächste Treffen ist schon geplant, Pläne für ökumenische Projekte sind geschmiedet und warten auf Umgesetzung. Alle Teilnehmer sind um viele Ideen reicher aus Rom zurückgekehrt. Esfandiari und Detken haben mehr als neue Ansichten und Informationen aus Rom mitgenommen: Sie haben neue Freunde gewonnen.

 

von Nadine Vogelsberg