Bibeltage der Osnabrücker Kindertagesstätte St. Bonifatius

Vertrauen und ein gutes Herz

Der verlorene Sohn kann dem Vater vertrauen. Zachäus hat keine Freunde – aber Jesus besucht ihn; Gott segnet die Kinder, weil er alle liebt. Im Osnabrücker Kindergarten St. Bonifatius wurde Kleinkindern die Bibel nähergebracht.

 

Beschäftigung mit Bibelgeschichten: Die Kinder lernen, dass jeder von Jesus geliebt wird. Foto: Andrea Kolhoff

„Warum hatte Zachäus keine Freunde? Wisst Ihr das noch?“,  fragt Erzieherin Marion Strotmann. Die Kinder erinnern sich gut. Sie haben einige Tage zuvor die Geschichte vom Zöllner, der in die eigene Tasche wirtschaftet, kennengelernt und erfahren, dass Jesus sich bei Zachäus einlädt. „Der hat von den Leuten Geld geklaut“, sagt ein Junge. „Aber Jesus hat mit ihm gesprochen, dass er nicht mehr böse sein soll“, erzählt ein Mädchen.

Ja, erklärt Marion Strotmann:  Zachäus sei zwar reich gewesen, aber „der hatte keinen einzigen Freund“. Und dann sei Jesus mit ihm nach Hause gegangen und Zachäus habe gedacht: „Das könnte mein Freund werden.“

Wie wichtig Freundschaften sind und dass jeder Mensch den Wunsch hat, angenommen zu werden, erschließt sich den Kindern durch ein paar Übungen. Sie hüpfen im Turnraum zu einem Kinderlied umher, halten an einer bestimmten Textstelle an und  dürfen sich umarmen. Später sitzen sie im Kreis und decken nacheinander Fotos auf. Darauf sind die Mädchen und Jungen aus ihrer Goldtalergruppe zu sehen. Bei jedem Foto soll etwas Gutes über dieses Kind gesagt werden. Das klappt: Dieses Mädchen kann toll klettern, jener Junge kann gut puzzeln, der Kleinste ist „süß“, eine andere hat tolle Haare. Die Kinder  lernen, dass jeder Mensch anders ist und jeder von Jesus so gemocht wird, wie er ist, so wie es bei Zachäus der Fall war.

Während Marion Strotmann mit den Kindern im Turnraum beschäftigt ist, malen andere aus der Goldtalergruppe ein Bild über Zachäus aus, eine weitere Kleingruppe macht Musik mit Ulrike Meyer. Sie ist Gemeindereferentin in der Pfarrei Heilig Kreuz und hat ihre Gitarre mitgebracht. Gemeinsam mit den Kindern singt sie Lieder, in denen es darum geht, dass jemand spitze ist.

Der Sohn kommt in seiner Not vertrauensvoll zum Vater

Für die Bibeltage hat die Leiterin der Kindertagesstätte (Kita) St. Bonifatius, Schwester Dominik, Gemeindereferentin Meyer eingeladen, damit ein Kontakt zur Kirchengemeinde hergestellt wird. Einige Kinder wird Meyer dann in der Erstkommunionvorbereitung wiedersehen.

Vor kurzem hatte Schwester Dominik die Gemeindereferentin auch zu einer Dienstbesprechung eingeladen. Das Kita-Team sollte im Jahr des Aufatmens mit Bibelteilen einmal selbst Zeit für Besinnung auf den Glauben finden. Dies sei eine gute Unterbrechung des beruflichen Alltags gewesen, erzählt Schwester Dominik.

Bei den Bibeltagen in der Kita beschäftigte sich die zweite Regelgruppe, die Glückskäfer, mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn und dem barmherzigen Vater. Sie erfuhren, dass der Sohn in seiner Not vertrauensvoll zum Vater kommen konnte. Erzieherin Jana Stephan machte mit den Jungen und Mädchen Vertrauensübungen im Turnraum, die Kinder malten ein Bild zum Thema „Zu wem habe ich Vertrauen?“, backten einen Kuchen in Herzform und stellten Herzen aus Ton her, die sie bemalen und bekleben konnten. Diese Herzen haben sie zur Erinnerung an die  Bibeltage geschenkt bekommen.

Die Bibeltage im Kindergarten seien ein großer Erfolg, meint Erzieherin Marlies Hohmann. Den Kindern sei vieles vom Gleichnis im Gedächtnis geblieben, die Geschichte vom barmherzigen Vater habe sie noch länger beschäftigt. Als ein Kind aus der Gruppe an einem Folgetag traurig wirkte, forderten die anderen einen bestimmten Jungen auf, das Kind zu trösten: „Geh du mal hin, du hast so ein gutes Herz.“

Den Krippenkindern wurde die Geschichte erzählt, in der Jesus die Kinder segnet. Die Jungen und Mädchen zählten auf, was sie selbst schon mit den Händen tun können. Zum Schluss kam Pater Peter Busch, der die Kita regelmäßig besucht, zu den Kindern, nannte jedes bei seinem Namen und segnete es. Dieses Zeichen verstünden auch die ganz Kleinen, sagt Erzieherin Johanna Obermeyer und ergänzt: „Pater Busch ist bei den Kindern  das Highlight.“

Andrea Kolhoff