Caritas und syrischer Regisseur produzieren knackige Botschaft

Videoclip: „Was sind Flüchtlinge?"

„Was sind Flüchtlinge?“ schreibt ein Junge auf ein Blatt Papier. Die Kamera folgt dem Stift – dann öffnet sich die Perspektive. Die Zuschauer des Videoclips lernen vier Männer und Frauen kennen, die eine einfache und eindringliche Botschaft haben.

Günter Sandfort, Regisseur Anis Hamdoun und Hermann Thieken vom
Cinema Arthouse (v.l.) stellen den Caritasclip „Was sind Flüchtlinge?"
vor. Foto: Caritasverband Osnabrück

Der Junge fasst sie nach gut einer Minute zusammen: „Flüchtlinge sind Menschen.“ Der syrische Regisseur Anis Hamdoun hat im Auftrag des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück einen knappen, knackigen Videoclip produziert, der eine klare Botschaft hat: Es gibt nicht die Gruppe der Flüchtlinge, sondern Einzelpersonen mit ganz unterschiedlichen Charakterzügen und Fähigkeiten.

Ab sofort ist der Clip hier zu sehen. Zudem zeigt das Cinema Arthouse Osnabrück den Clip im Vorprogramm seiner Filme. Für diese Bereitschaft dankt Günter Sandfort, stellvertretender Caritasdirektor, den Besitzern des Kinos, Christian Saßnick und Hermann Thieken. Die Caritas will mit dem Clip Ressentiments abbauen. „Immer dann, wenn die anonyme Masse individuelle Gesichter bekommt, schwinden Unsicherheit und Abwehr“, weiß Sandfort aus Erfahrung. Das soll auch mit dem Clip geleistet werden.

Anis Hamdoun stammt aus der syrischen Stadt Homs und ist Autor und Regisseur. 2013 floh er mit seiner Frau vor dem Terror des Assad-Regimes nach Deutschland. Bekannt wurde Hamdoun in Osnabrück mit seinem Theaterstück „The Trip“, in dem er auf beklemmende Weise die Erfahrungen von Verfolgung und Flucht in Szene setzt. „The Trip“ gewann 2015 den Preis des Kritiker-Portals „Nachtkritik“ und wird im April an der Schaubühne Berlin aufgeführt.

Aktuell bereitet Hamdoun zusammen mit seinem Kollegen und Freund Maan Mouslli den Dokumentarfilm „Newcomers“ vor. „Newocmers“ schildert, was es bedeutet, Flüchtling in Deutschland zu sein. Das Filmprojekt wird vom Caritasverband unterstützt. 

Ein Porträt über Anis Hamdoun lesen Sie hier