11.11.2015

Herbstvollversammlung des Katholikenrats hinterfragt Arbeitsstrukturen in den Gemeinden

Vom Klima im Ehrenamt

Das Pastorale Zukunftsgespräch Ende September war der Auftakt zum „Jahr des Aufatmens“ im Bistum. Der Katholikenrat hat sich während seiner Herbstvollversammlung am vergangenen Wochenende damit beschäftigt, wie es jetzt mit dem Thema weitergeht.

Mitglieder des Katholikenrats sammelten auf großen Plakaten Ideen und Anregungen für die weitere Arbeit.
Foto: Philipp Adolphs

In der Kapelle des Ludwig-Windthorst-Hauses in Lingen konnten rund 40 Ratsmitglieder erst einmal „ankommen und aufatmen“. So hieß es in der Tagesordnung. Diesmal begann die Vollversammlung des Katholikenrats nicht etwa mit dem Bericht des Vorstands. „Wir müssen unsere Sitzungskultur betrachten und uns fragen: Hat das Aufatmen auch Platz in unseren Gremien?“, sagt Geschäftsführer Franz-Josef Tenambergen.

Nach dem geistlichen Einstieg wurde überlegt, wie es mit dem „Jahr des Aufatmens“ weitergehen kann. Das Leitwort aus Exodus 23,12 – „damit sie zu Atem kommen“ – soll dazu einladen, innezuhalten und über die eigene Lebens- und Arbeitsweise nachzudenken. Besonders die Arbeitsbelastung und das Arbeitsklima in sozialen Einrichtungen, im Ehrenamt und in der Flüchtlingshilfe beschäftigte die Anwesenden.

Zu Atem kommen im Engagement

Katholikenratsvorsitzende Katharina Abeln aus Quakenbrück moderierte die Arbeitsphase. In Kleingruppen versammelten sich die Ratsmitglieder an unterschiedlichen Thementischen: „Flucht und Migration“, „Ehrenamt“, „soziale Einrichtungen“. Auch die Frage, was vom „Jahr des Aufatmens“ und dessen Auftaktveranstaltung nachwirkt, beschäftigte sie. An jedem Tisch wurden Plakate mit Ideen und Anregungen gefüllt. Von der Auftaktveranstaltung blieben vor allem gemeinsame Aktionen und Gespräche im Gedächtnis, die „auf Augenhöhe mit Hauptamtlichen“ stattgefunden haben. Zentral für die Gemeinden war auch die Beschäftigung mit dem Buch Exodus.

Auf dem Plakat zur Arbeit im Ehrenamt stand am Ende nichts von zu hoher Belastung, wohl aber der Wunsch nach mehr Anerkennung und Mitspracherecht sowie einem besseren Verhältnis zu den Hauptamtlichen in den Kirchengemeinden. Durch „Weiterbildungen für leitende Mitarbeiter“ und „mehr Ehrlichkeit auch im Umgang mit Machtkontrolle“ soll das Engagement von Ehrenamtlichen attraktiver werden.

Ähnlich sehen die Anmerkungen auf dem Plakat zur Arbeit in sozialen Einrichtungen aus: Neben „mehr wertschätzenden Gesprächen“ mit den Hauptamtlichen wünschen sich die Ratsmitglieder eine gerechte Bezahlung und weniger Bürokratie: „Die Dokumentationspflicht nimmt uns den Atem“ und „Informationsmüll“ soll verringert werden. Die Plakate liegen nun beim Vorstand, der sich Gedanken machen will, wie die Anregungen in die Arbeit des Rats einfließen könnten.

Auch in der Flüchtlingshilfe wollen die Gemeinden weiterhin aktiv bleiben. Der vom Katholikenrat berufene Hermann-Josef Schmeinck berichtete über die aktuelle Situation der Flüchtlinge: „Wir schaffen das, aber wir müssen alle anpacken.“ Im Bistum werde zwar sehr viel getan, „das Thema hält uns aber auch in Zukunft in Atem“, sagt Abeln.

Gemeinsame Reise zum Katholikentag

Am zweiten Tag der Vollversammlung berichtete Bischof Franz-Josef Bode von der Familiensynode in Rom. Hans-Michael Lübbers präsentierte dem Katholikenrat Ergebnisse des Dialogprozesses der Deutschen Bischofskonferenz „Im Heute Glauben“, der in Würzburg abgeschlossen wurde. Letzter Punkt auf der Tagesordnung war die Planung einer Reise zum 100. Deutschen Katholikentag unter dem Leitwort „Seht, da ist der Mensch“ im Mai 2016 in Leipzig. Der Katholikenrat bietet gemeinsam mit der Pilgerstelle eine Busfahrt für alle Interessierten an.

Berufungen

Der Katholikenrat konnte bereits auf der konstituierenden Vollversammlung im Mai neue Frauen und Männer als Berufene auswählen. Eine Berufung stand noch aus. Dafür konnte nun die Kreistagsabgeordnete Margareta Hartong aus Bramsche gewonnen werden. Ihre mündliche Zusage liegt dem Vorstand vor. Zukünftig berät sie den Katholikenrat mit den weiteren Berufenen Bernd Diekhoff, Susanne Haverkamp, Cordula Kaumkötter, August Roosmann und Hermann-Josef Schmeinck.

 

Philipp Adolphs