24.08.2017

Leseraktion

Was ist Heimat für Sie?

Heimat. Die einen verbinden damit ein Gefühl oder die Muttersprache. Für die anderen bedeutet sie Geborgenheit. Und manchmal kann auch der Glaube eine Heimat sein. Oder wir geben anderen Menschen eine Heimat. Machen Sie mit bei einer Leseraktion!

Für die Ostfriesin Tomke Hamer bedeutet Heimat unter anderem Weite und die Nähe zum Wasser. | Foto: Andrea Kolhoff

Wasser, Weite und ostfriesische Gelassenheit sind die Dinge, die Tomke Hamer an ihrer Heimat schätzt. „Ich liebe die Nähe zum Meer und ich brauche das Gefühl, ganz weit gucken zu können“,  sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Leer. Sämtliche Strecken fährt sie mit dem Fahrrad. Wenn der Gegenwind zu tüchtig weht, schaltet sie die Motorunterstützung ihres Pedelec zu. Das Radeln bei Wind und Wetter, das Erleben jeder Jahreszeit, dieses sich Bewegen in die Weite der Landschaft hinein – das macht für sie Heimat aus. „Da kann man in Ruhe und Gelassenheit kommen.“

Auch das Teetrinken gehört für sie als Ostfriesin zur Heimat. Das Anbieten von Tee bedeute, den anderen willkommen zu heißen und helfe, Gespräche in einer guten Atmosphäre zu eröffnen. Wenn eine Frau zu ihr in die Beratung kommt, bietet Tomke Hamer erst einmal Tee an. Wenn der eingeschenkt ist, kann man in Ruhe schnacken. Als sie während der Ausbildung zur Erzieherin die Fachschule in Osnabrück besuchte, brachte sie sich das gute Leitungswasser aus Leer mit, „im Wasserkanister.  

Zur Eigenart der Ostfriesen zählt für sie auch die Freiheitsliebe. „Das freiheitliche Denken, die friesische Freiheit“ hätten Tradition in der Region. „Ich würde mich auch als freie Friesentochter bezeichnen“, sagt Tomke Hamer, die 1965 in Leer geboren wurde. „Das ist auch Heimat.“ Da sie in Leer aufgewachsen ist, kann sie Plattdeutsch verstehen. In ihrer Familie konnte nur ihr Vater Platt sprechen. Tomke Hamer findet es schade, dass das Plattdeutsche bei jungen Leuten nicht mehr so gebräuchlich ist und auszusterben droht. Allerdings gibt es in Leer viele Bemühungen, die Sprache zu erhalten und sie in Schulen, in Betrieben und freiwilligen Arbeitsgemeinschaften anzubieten und das Plattsprechen zu fördern. (kol)

 

Leseraktion

„Zusammen sind wir Heimat“ – so heißt die Jahreskampagne der Caritas. Sie will deutlich machen: Heimat kann vielfältig, offen und verbindend sein. Wenn unsere Gesellschaft ein Ort sein soll, in dem unterschiedliche Menschen ihre Heimat finden können, müssen wir bereit sein, Vielfalt auch als Chance zu verstehen.

Was ist Heimat für Sie, liebe Leserinnen und Leser? Und wie gestalten Sie Heimat mit anderen und für andere? Das wollen wir von Ihnen wissen und auch veröffentlichen. Schreiben Sie uns Ihre kurze Geschichte bis zum 29. September unter dem Stichwort „Heimat“ per E-Mail: redaktion@kirchenbote.de