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Bischof war für ihn die schönste Aufgabe
Hubertus Brandenburg wird an diesem Samstag im Osnabrücker Dom bestattetOsnabrück (pe). Hubertus Brandenburg, aus Osnabrück stammender früherer Bischof von Stockholm, ist am 4. November im Alter von 85 Jahren gestorben.
Die Berufung zum Priester musste erst langsam wachsen. 1942, nach dem Abitur, wurde Hubertus Brandenburg zunächst zur Marine eingezogen – unter anderem als Kommandant eines Schnellbootes. Nach dem Kriegsende studierte er Jura und Volkswirtschaft – so wie es in der Familie üblich war. Erlebnisse in der Studentengemeinde und der Jugendgruppe lösten langsam die Frage aus, ob er nicht zur Theologie wechseln sollte. 1952 empfing er in Osnabrück die Priesterweihe.
Für zweieinhalb Jahre ging er als Kaplan nach Hamburg, bevor er in Rom erneut ein Studium aufnahm. Es endete mit der Promotion. 1958 übernahm er in Osnabrück die Leitung des Diözesanjugendamtes, 1967 wurde er zunächst zum Domkapitular ernannt, dann zum Finanzreferenten. Im Januar 1975 erfolgte die Weihe zum Weihbischof, am 1. Dezember 1977 ernannte ihn der Papst zum Bischof von Stockholm. Damit war Brandenburg Hirte für ein ganzes Land. „Ich hatte am Anfang keine Ahnung“, gab er später in einem Interview des Kirchenboten zu. Gute Mitarbeiter hätten ihn in seiner Arbeit unterstützt. Bischof sei für ihn die schönste Aufgabe gewesen.
Im Königshaus durfte der Bischof deutsch sprechen
Als wichtig sah es Brandenburg an, für die wachsende Zahl der Katholiken in Schweden – unter ihnen viele Einwanderer – eine kirchliche Heimat zu schaffen. Er gründete Gemeinden und ließ Kirchen bauen – auch mit Unterstützung aus Deutschland. Zugleich knüpfte er Kontakte ins Königshaus, um die gesellschaftliche Anerkennung der katholischen Kirche zu verbessern. Bei seinem Antrittsbesuch stieß er auf Königin Silvia, die er bat, deutsch sprechen zu dürfen, er sei erst seit acht Wochen im Land. Dieses Problem sei im Hause gut bekannt, antwortete die Königin lächelnd.
1998 ging Bischof Brandenburg in den Ruhestand, lebte zunächst in Helsingborg, ab 2004 in Osnabrück. Da war sein größter Wunsch schon in Erfüllung gegangen: Zu seinem Nachfolger wurde mit Anders Arborelius ein Schwede ernannt. Hubertus Brandenburg wird am Samstag, 14. November, um 11 Uhr in Osnabrück beigesetzt – auf eigenen Wunsch in dem Dom, in dem er alle Sakramente, auch die Bischofsweihe, empfangen hat. Üblicherweise werden Bischöfe in ihrer Kathedralkirche bestattet. Bischof Franz-Josef Bode hält das Pontifikalrequiem, Bischof Arborelius wird predigen.
Bischof Bode würdigte Brandenburg als eine „herausragende Persönlichkeit für die Kirche in Schweden und ganz Nordeuropa“. Er habe den Katholiken in der Diaspora viel Kraft, Halt und Orientierung gegeben.
„Auch in seinem Heimatbistum Osnabrück hat er tiefe positive Spuren hinterlassen“, erklärte Bode.
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