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Messe in der Fischfabrik

Am Wochenende wird in allen Kirchen im Bistum Osnabrück die Kollekte für das Ansgarwerk gehalten. Mit dem gesammelten Geld werden die Katholiken in den nordischen Ländern unterstützt. Dazu gehört zum Beipiel auch die Kirche von Island. In der Gemeinde St. Torlk lebt nur ungefähr ein Katholik pro Quadratkilometer.

Bruder David und Bruder Peter wollen den früheren Schafstall in einen Gemeinderaum umbauen Die Gemeinde St. Torlk erstreckt sich über 600 Kilometer, rund um den Süd- und Ostteil des Vatnajökull, des größten Gletschers Europas. Um die 600 Schäfchen der Gemeinde zu erreichen, müssen sich Priester David Tencer und seine beiden Mitbrüder etwas einfallen lassen. Unmöglich können etwa Kinder für die Erstkommunionvorbereitung jede Woche bis zu 600 Kilometer nach Reydafjödur in den gleichnamigen Ostfjord reisen. Und so hält Bruder David die Erstkommunion- und Firmkatechese eben via Skype am Computer, telefoniert also übers Internet mit den Kindern und Jugendlichen.

Andere Katholiken erreichen die Kapuziner direkt. Die kleine Klosterkapelle von St. Thorlak wird von den Einheimischen gerne besucht. Zur Sonntagsmesse können die Ordensmänner rund 15 Isländer begrüßen. Und ansonsten heißt es, wie so oft in Island: flexibel sein. Da wird schon mal ein alter Schafstall zum neuen Gemeindezentrum umgebaut (siehe Bild links) und weil Bruder David einen guten Draht zum Besitzer der örtlichen Fischfabrik hat, wird auch dort einmal im Monat Messe gefeiert.

Die Situation von St. Thorlak, benannt nach dem isländischen Nationalheiligen, ist typisch für die katholische Kirche des Landes und die Diaspora. Gerade einmal 9351 Isländer sind katholisch. Mit seinen 320 000 Einwohnern und einer Fläche von 103 000 Quadratkilometern ist Island das am dünnsten besiedelte Land Europas. Die 17 Priester und rund 40 Ordensleute müssen viel reisen, um die Gläubigen zu erreichen. „100 bis 200 Kilometer am Tag sind normal“, sagt Bruder David. So schaffen er und seine Mitbrüder es, wenigstens in den wichtigsten Orten des Gemeindegebiets von St. Thorlak alle ein bis zwei Monate einmal die Messe zu feiern. Mit einem positiven Nebeneffekt: „Wenn es nicht so oft ist, kommen sie alle!“, freut sich der Ordensmann. 

Mehr Informationen zur Arbeit des Ansgar-Werks gibt es auf http://www.ansgar-werk.de



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