Kirche & Welt

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Die neuen Vermittler

Die Katholikin Maria Flachsbarth ist seit vergangener Woche neue Kirchenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Bis auf den Grünen Josef Winkler, der seit 2002 im Amt ist, haben somit alle Fraktionen neue Ansprechpartner für die Kirchen benannt. Eins haben Sie gemeinsam: Sie alle haben viel vor.

Maria Flachsbarth „Politiker, vor allem christliche Abgeordnete, brauchen bei Entscheidungen Leitplanken, Grundlagen, die uns die Kirche ganz sicher bietet“, sagt Maria Flachsbarth. Um das Gespräch mit den christlichen Kirchen sowie Vertretern aller anderen Religionsgemeinschaften zu intensivieren, möchte Flachsbarth einen religionspolitischen Gesprächskreis gründen. Die promovierte Tierärztin und zweifache Mutter wurde im westfälischen Lünen geboren und ist seit 2002 im Bundestag. Schwerpunkt ihrer Arbeit waren bisher umweltpolitische Themen wie die Förderung regenerativer Energien.

 

 

Siegmund Ehrmann „Kontaktpflege, Konsultationen.“ Mit knappen Worten umreißt Siegmund Ehrmann von der SPD die Aufgaben eines Beauftragten für Kirchen und Religionsgemeinschaften. „Die Kirchen haben gegenüber der Politik ein Wächteramt“, sagt er. Daher sei es wichtig, deren Ansichten zu bestimmten Themen, wie zuletzt die Äußerungen der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan in die Fraktion hineinzutragen. Bei Youtube stellt der evangelische Christ aus Moers, der früher beim CVJM aktiv war, zuweilen Videobotschaften ins Netz; Motto: „Siggi in 60 Sekunden“.

 

 

 

Josef Winkler Obwohl der Grüne Josef Winkler zum Fraktionsvize aufgestiegen ist und vor allem Innenpolitik betreibt, ist das Katholische, die Kirchenpolitik für ihn Programm. Der gelernte Krankenpfleger kritisiert zwar gerne mal die Einstellung des Papstes in Sachen Verhütung. Doch breite Gemeinsamkeiten zwischen Katholiken und Grünen sieht er in der Stammzellforschung, in der Ausländer- und Entwicklungspolitik sowie bei der Bewahrung der Schöpfung. „Das war für mich der Grund, zu den Grünen zu gehen“, sagt er. Winkler ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, in der Diözesanversammlung des Bistums Limburg und im Beirat der Katholischen Akademie in Berlin. Als dienstältester kirchenpolitischer Sprecher möchte er mit seinen Kollegen aus den anderen Fraktionen wie in der vergangenen Legislaturperiode gemeinsame Projekte anstoßen.



Raju Sharma Ähnlich wie Winkler hat auch der religionspolitische Sprecher der Linken, Raju Sharma, indische Wurzeln. Der in Hamburg geborene Jurist bezeichnet sich zwar selbst als „tiefgläubigen“ Menschen, doch sei er weder an eine Religion noch Konfession gebunden. Auch seine politische Vita ist vergleichsweise beweglich. Sharma war einst Mitglied in der Sozialistischen Arbeiterjugend, dem Marxistischen Studentenbund Spartakus, der DKP, dann lange Jahre in der SPD, bis er 2005 in die Linke eintrat. „Ich bin linker Pazifist, ansonsten Pragmatiker“, sagt Sharma. Auch seine politischen Forderungen haben eine gewisse Spannbreite. Während er einerseits kirchlichen Trägern vorwirft, „keine anständigen Tariflöhne“ zu zahlen, lobt Sharma zugleich die Sozialenzyklika von Papst Benedikt: „Davon kann ich mir weite Teile zu eigen machen.“



Stefan Ruppert Neu im Parlament und Amt ist auch Stefan Ruppert. Auf seiner Homepage bezeichnet sich Ruppert bewusst als „bekennender Protestant“, weil es in seiner „Partei jahrelang schick war, die Religionszugehörigkeit eher zu verschweigen“, sagt der 38-jährige Jurist aus Oberursel. Ruppert weiß, dass es zwischen den Liberalen und der Kirche lange „kommunikative Störungen“ gab, seitdem die FDP 1974 das Grundsatzpapier „Freie Kirche im freien Staat“ veröffentlichte. Die Eiszeit jedoch scheint vorbei. Ruppert setzt sich, anders als die FDP früher, für eine Beibehaltung der Kirchensteuer ein, und sieht auch – im Gegensatz zu den Linken – in Sachen Kirchenstaatsvertrag keinen Bedarf für Änderungen. Nicht ohne Stolz erzählt Ruppert, dass der erst 2009 gegründete Kreis „Christen in der FDP“ mit 45 Mitgliedern inzwischen das größte Binnengremium seiner Fraktion sei.



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