Kirche & Welt

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Fromm, aber rotzfrech

Wenn früher die Menschen ihre Meinung unters Volk streuen wollten, haben sie Flugblätter verteilt. Heute nutzen sie dafür das Internet. In ungezählten Blogs werben auch immer mehr Christen für Gott, Kirche und Glauben. Allein rund 80 deutschsprachige katholische Weblogs gibt es inzwischen. Tendenz steigend! Wir haben ein paar für Sie ausprobiert und zusammengestellt, bei welchen sich das Reinklicken wirklich lohnt!

Kürzlich fand in Berlin, initiiert vom evangelischen Medienverbund KEP, die erste Tagung christlicher Blogger statt. „Damit wir das Internet zukünftig noch besser als Kommunikationsplattform für die beste Botschaft der Welt nutzen“, sagte Andreas Dippel, der Redaktionsleiter vom „Christlichen Medienmagazin pro“

Blogtitel rom, römer, am römsten

Blogs oder Weblogs – eine Kreuzung aus den englischen Kurzwörtern Web (Netz) und Log (Tagebuch, Protokoll) – sind die junge, meist unverbrauchte, zuweilen radikale und fast immer missionarische Stimme des Christentums. Anders als professionelle journalistische Produkte sind Blogs meist gnadenlos subjektiv und verstehen sich gerne als Gegenentwurf zur mehrheitlich eher kirchenkritischen Berichterstattung der Massenmedien. „Ich möchte Freude am Glauben vermitteln. Ich möchte zeigen, dass man gerne katholisch sein kann und sich nicht stets dafür entschuldigen muss“, sagt Barbara Wenz. In ihrem Blog Elsas Nach(t)brevier trägt die meinungsfreudige Konvertitin mit viel Liebe und einer vergleichsweise hohen Schlagzahl katholische Fundstücke aus dem Internet zusammen und kommentiert diese meist anspruchsvoll. Wenz ist freiberufliche Autorin, hat schon mehrere Krimis geschrieben und publiziert für das Vatikan-Magazin.

Rom, römer, am römsten – Freude am Katholischen

Ohne gegenüber aktuellen Missständen ein Blatt vor den Mund zu nehmen, verbreitet auch der junge Augustiner Chorherr Alipius Claus Müller eine beinahe überbordende Freude am Katholischen. In seinem Blog mit dem Namen rom, römer, am römsten offenbaren viele Fotos und Postings zudem einen Hang für das Barocke und Lebensfrohe. Der Clou auf der Seite des Theologiestudenten ist ein selbstgezeichnetes Comic über die fiktive Ordensschwester Robusta.

Rotzfrech, frisch, fromm und fröhlich kommt catholicism-wow daher. Das Journal des 35-jährigen Kölner Theologen Nils Baer ist so wie Internet sein muss: bunt und multimedial. Zudem macht catholicism-wow Mode. Im Onlineshop von Baer kann man T-Shirts und Pullis mit dem Aufdruck „Catholic Church“ bestellen. Baer bezeichnet sich selbst als papsttreu, empfindet aber den katholischen Verbandskatholizismus, wie er sagt, als eher langweilig und muffig. „Ich bin der Fun-Flügel des katholischen Fundamentalismus.“

Seriöser und wortlastiger ist Credo ut intelligam. Das oft nur Eingeweihten verständliche Journal gilt in der Szene, die sich selbst als Blogozese bezeichnet, als „Mutter aller katholischen Blogs“. Im Jahr 2003 war „Credo ut intelligam“ mit zwei anderen, inzwischen eingeschlafenen Protokollen, das erste deutschsprachige Katholikenblog. Auch wer das Werk nicht mag, sollte es gelegentlich ansteuern. Unter der Rubrik „Banknachbarn“ hat Blogbetreiber Matthias Staab eine Liste aller deutschsprachigen Weblogs zusammengetragen. Ein ideales Sprungbrett für den katholischen Rundgang im Netz!



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