Familie
Konsumieren will gelernt sein
Shoppen ist für viele Teenager das Größte. Kein Wunder – Kinder werden von klein auf an zum Konsumieren verführt. Wie Schule und Eltern den vernünftigen Umgang mit Geld fördern können, dazu Monika Korthaus-Lindner von der Katholischen Elternschaft Deutschlands.
Wie lernen Kinder den Umgang mit Geld?
Dazu ist Taschengeld unerlässlich, aber auch elterliche Konsequenz. Damit Kinder planen und haushalten lernen, sollte Taschengeld zu einem fest vereinbarten Zeitpunkt gezahlt werden. Bei kleineren Kindern wöchentlich, bei älteren monatlich. Taschengeld sollte nicht zu Erziehungszwecken missbraucht werden. Also zur Belohung erhöht werden oder gekürzt, um das Kind zu bestrafen. Wichtig: Kindern nicht ständig zusätzlich etwas zustecken oder Vorschuss aufs Taschengeld gewähren.
Sollten Eltern die Ausgaben des Kindes kontrollieren?
Taschengeld ist eine Art kleines persönliches Einkommen der Kinder – zur freien Verfügung! Sie sollten es so ausgeben dürfen, wie sie wollen. Und wenn sie mal einen Fehlkauf tätigen oder zu früh pleite sind, kann das nicht schaden. Auch daraus lernen sie.
Zu Festen, wie zur Kommunion, erhalten Kinder oft große Geldbeträge – wie damit umgehen?
Das stimmt. Wenn es sich um unverhältnismäßig hohe Summen handelt, sollte das Geld angelegt werden. Auf ein Sparbuch für größere Anschaffungen oder als Ausbildungsstarthilfe. Das Kind sollte aber erfahren: Das ist mein Geld. Und es bleibt mein Geld, auch wenn ich nicht direkt Zugriff darauf habe, und es nicht sofort ausgegeben wird.
Was, wenn die Kinder immer mehr Geld fordern?
Kinder haben häufig gar keine Vorstellung davon, wie teuer das Leben wirklich ist. Wie sehr Strom, Haushalt, Lebensmittel zu Buche schlagen. Daher sollten Eltern offen über das Familienbudget sprechen und ihnen erklären, dass Taschengeld natürlich nicht ins Uferlose steigen kann. Lehrreich kann es sein, gemeinsam eine Unternehmung, etwa für das Wochenende, zu planen und zu überlegen: Was wollen wir machen und was kostet uns das am Ende mit Anfahrt, Essen, Eintritt. Dann bekommen Kinder ein Gefühl für die tatsächlichen Preise.
Wie können Eltern das Sparverhalten der Kinder fördern?
Vor allem durch ihr Vorbild. Warum zum Beispiel nicht häufiger Bücher in Büchereien ausleihen? Oder wenn die Musikschule zu teuer ist, dann den Kinderchor der Gemeinde aufsuchen? Doch egal ob eine Familie weniger Geld hat oder mehr – wichtig ist es meiner Ansicht nach, dass die Kinder erleben, dass ihre Eltern abwägen. Also, dass sie auf die Preise schauen und vergleichen – sowohl beim täglichen Einkauf als auch bei der längerfristigen Urlaubsplanung.
Für kleinere Kinder kann ein konkretes Ziel für eine Anschaffung, ein Spiel, eine Puppe – halt ein Herzenswunsch – ein guter Anreiz sein, zu sparen. Nicht zu unterschätzen, der Wert einer Spardose, die sich wie ein Schatz immer mehr füllt und irgendwann geplündert wird.
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