Familie

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Handys ergänzen Schulbücher

Vokabeln lernen mit dem Smart-Phone. Die Mobiltelefone mit großen Bildschirmen und Internetzugang rücken in den Fokus der Pädagogik. Interview mit Maciej Kuszpa von der Fernuniversität Hagen zu ihrem Einsatz in der Bildung.

Mädchen mit Handy in einer BibliothekWird das Handy das Schulbuch ablösen?

Nein, denn mit einem Handy wird man nicht alles machen können wie mit einem Schulbuch. Bei Seminaren an der Uni werden bei uns Skripte verteilt. Darin können Notizen gemacht werden. Das ist bei Handys noch nicht möglich.
Auch gilt: Neues zu lernen, ist mit dem Handy nicht gut möglich. Wenn ich mich in ein neues Thema einarbeiten will, kann ich das unverändert am besten mit einem Lehrer, der mir die Grundlagen erklärt. Der persönliche Austausch ist nicht zu ersetzen.

Was ist die Stärke von Handys als Lernmittel?


Das sind räumliche Unabhängigkeit und Aufnahmemöglichkeiten für bestimmte Projekte. Außerdem können sie Klausurvorbereitungen mit standardisierten Fragen und Antworten unterstützen, zum Beispiel bei Multiple-Choice-Aufgaben. Da ist leicht eine Auswertung möglich. Auch können solche Tests gut wiederholt werden. Ein anderes Beispiel sind Sprachen. Vokabeln zu lernen, ist mit diesen Geräten durchaus möglich. Und das kann ich an vielen Orten machen.

Wo sind sonst die Grenzen dieser Technik?


Die liegen zum Beispiel im kleine Bildschirm. Mit ihm können keine aufwändigen Grafiken dargestellt werden. Komplexe Inhalte, die ich mir auf einem großen Computerbildschirm oder auf einer Buchseite anschauen kann, sind auf dem Handy nicht darstellbar.

Lernprogramm auf einem Smart-Phone Wie passt es zusammen, Handys in Schulen als Lernmittel einzusetzen, wenn oft ein Handyverbot herrscht?

Mobiltelefone sind ja zumeist verboten, damit sie nicht vom Lernen ablenken. In Schulen gibt es aber kein PC-Verbot. Ich kann mir vorstellen, dass das im Lauf der Zeit auch für Handys gilt. Dazu müssen Lehrer die Mobiltelefone aber systematisch in den Unterricht integrieren. Sie müssen nicht nur als Spiel- oder Telekommunikationsgerät wahrgenommen werden, sondern als Lernhilfe.

Geben Sie bitte ein Beispiel.


Heute werden Handys unter anderem in Schulen verboten, weil im Unterricht keine Filme gedreht und ins Internet gestellt werden sollen. An Universitäten ermuntern dagegen mittlerweile einige Lehrende ihre Stundenten dazu, ihre Vorträge zu filmen. Dann können die Studenten zu Hause die Inhalte wiederholen. Das könnte auch in Schulen gehen.

Werden sich die Geräte also doch an Schulen durchsetzen?

Nur bedingt. Wir dürfen ja niemanden ausschließen, weil er kein entsprechendes Mobiltelefon hat. Daher dürfen prüfungsrelevante Inhalte nicht auf diesem Weg vermittelt werden. In den westlichen Ländern verfügen Schulen und die meisten Haushalte über Computer. Sie werden auch weiter für das Lernen genutzt werden. Der PC wird mit seiner Leistungsfähigkeit und den großen Bildschirmen immer dem Handy überlegen sein. Insofern kann es nur eine Ergänzung sein.



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