31.01.2019

Verein Soziales Seminar

„Mein Herz schlägt sozial"

Seit ein paar Monaten ist Sophie-Charlotte Kafsack aus Osnabrück Vorsitzende des Vereins Soziales Seminar im Bistum. Schon als kleines Kind hatte sie über ihre Eltern Kontakt zu dem Verein. Heute liegen ihr soziale Themen am Herzen.

Einsatz für andere: Schüler des Sozialen Seminars sammeln vor einem Einkaufsmarkt Spenden für die Tafel. Foto: privat

Vielleicht passt der Begriff, jemandem sei eine Sache in die Wiege gelegt, selten so gut wie bei Sophie-Charlotte Kafsack und den sozialen Themen. Schon ihre Eltern engagierten sich für den Verein Soziales Seminar, der im Bistum Kurse an Schulen organisiert. In den 80er Jahren gab es auch noch Angebote für Erwachsene und Familien, und so liefen die Eltern Kafsack mit ihren fünf Kindern wie selbstverständlich bei Herbsttagungen auf. Und selbst wenn sich Sophie-Charlotte Kafsack – weil damals noch zu jung – nicht mehr lebhaft erinnern kann: Das Thema hat sie weiterverfolgt. Heute bringt sie es auf eine einfache Formel: „Mein Herz schlägt sozial“, sagt die 31-Jährige von sich.

Kafsack stammt aus Oesede, machte Kindergruppenarbeit in der Pfarrei St. Peter und Paul, studierte Chemie und Erdkunde, um Gymnasiallehrerin zu werden. Nebenbei betreute sie als Referentin Kurse des Sozialen Seminars an zwei Schulen, außerdem begleitete sie junge Leute im Freiwilligen Sozialen Jahr. Schließlich absolvierte sie zwischen Studienabschluss und Referendariat einen Freiwilligendienst im Ameos-Klinikum Osnabrück und war in einer Gruppe für drogenabhängige Männer eingesetzt, die unter einer Psychose litten. „Diese Zeit hat mich sehr geprägt“, sagt sie.

Seit 2014 unterrichtet sie am Gymnasium Ursulaschule und freut sich, dass sie sich dort nicht auf ihre beiden Fächer beschränken muss. So rief sie 2015 eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben, in der sich Schüler für Flüchtlinge engagieren konnten. Stets nach dem Grundsatz, dass neben der Theorie auch die Praxis eine Rolle spielen muss. Regelmäßige Treffen mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gehörten bald zur Tagesordnung der AG.

Sophie-Charlotte Kafsack kümmert sich als
Vereinsvorsitzende darum, dass das Soziale Seminar
bekannter wird. Foto: Matthias Petersen

Das Soziale Seminar bietet an interessierten Schulen im gesamten Bistumsgebiet Seminare für Schüler der Jahrgänge 9 bis 12 an. Die jungen Menschen sollen einen eigenständigen Blick auf politische und wirtschaftliche Fragen bekommen, sie sollen „die Lebenswirklichkeit aller gesellschaftlichen Schichten kennenlernen und Visionen für eine gelingende Gesellschaft der Zukunft entwickeln“, wie es in der Selbstbeschreibung des Vereins heißt. Am Ende des Schuljahres gibt es für die Teilnehmer ein Diplom, das sie in der Regel aus der Hand von Bischof Franz-Josef Bode erhalten. Schon seinen Vorgängern war das Seminar ein wichtiges Anliegen.

Seit einem halben Jahr ist Sophie-Charlotte Kafsack Vorsitzende des Vereins. Jetzt ist es unter anderem ihre Aufgabe, das Seminar weiter bekannt zu machen, damit Kurse an immer mehr Schulen angeboten werden können. Vor Ort ist dazu ein sogenannter örtlicher Leiter notwendig, der dann den Kontakt zu Fabian Sandkühler hält, der als Pädagogischer Leiter fungiert. Kafsack selbst hat schon viel Erfahrung mit Kursen gemacht, war mit Schülern im Gefängnis, im Altenheim, in der Psychiatrie oder in einer Einrichtung für Hörgeschädigte. Das Diplom am Ende des Jahres drücke die Wertschätzung für die Schüler aus – und sei als Bestandteil einer Bewerbung für das Berufsleben auch gut.

Matthias Petersen

Kontakt zum Sozialen Seminar: Telefon 05 41/31 88 81, www.sozialesseminar.de