11.07.2019

Diözesan-Frauenbund-Tag in Papenburg

„Wir haben den gleichen Auftrag"

Beim Diözesan-Frauenbund-Tag in Papenburg haben die Teilnehmer darüber diskutiert, wie Frauen mehr Verantwortung in Gesellschaft, Politik und Kirche übernehmen können. Handlungsbedarf sehen sie vor allem bei der Laienpredigt.

Birgit Mock, Vizepräsidentin des Deutschen Frauenbunds (links) diskutiert auf dem Diözesantag mit zahlreichen Menschen über das Thema Glaube und Weihe. Foto: Jürgen Eden

Rund 200 Gäste sind zum Diözesan-Frauenbund-Tag nach Papenburg gekommen, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Viele davon waren auf den ersten Blick weltlich geprägt, hatten jedoch die gleiche Botschaft: Alle Menschen, unabhängig vom Geschlecht, von Talenten und Herkunft sind gleich.

Mit Blick auf die aktuelle Klimadiskussion gab es mahnende Worte zum verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung. Zu Beginn lieferte Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer mit ihrem Programm „Und sie bewegt sich doch“ eine Einstimmung im Kleinen Theater des Forums Alte Werft.

Am Nachmittag kamen dann unterschiedliche Vereine, Institutionen und Verbände vor der historischen Mühle in der Stadtmitte mit Bürgern ins Gespräch.

Frauen wollen mehr Verantwortung

Fünf Themeninseln rückten die Handlungsfelder Glaube, Weihe, Frauensolidarität, Lohngerechtigkeit und Verantwortung in den Mittelpunkt. „Gerade bei der Übernahme von Verantwortung sind auch wir Frauen gefragt“, sagte Sigrid Egbers, Diözesanvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbunds. Daher sei der Frauenbund mit vielen weiteren Verbänden und Vereinen aus dem gesamten Bistum Osnabrück dem Bündnis „Mehr Frauen für Politik“ beigetreten.

Alle Altersklassen seien angesprochen, sich bei der Gestaltung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen mit ihren Blickwinkeln, Ideen und Lebenserfahrungen einzubringen. Dafür könnten sie beispielsweise im Gemeinde- oder Stadtrat mitwirken. „Erst mal kann man ja klein anfangen und Partei- oder Politikluft schnuppern, um eine Sensibilität für Gestaltungsprozesse zu entwickeln und dann gegebenenfalls nicht nur in den Kommunalparlamenten sondern auch auf Kreis-, Landes- oder Bundesebene mit den Erfahrungen und Ideen mitzuwirken“, so Egbers.

An fünf Themeninseln sprechen die Teilnehmer über kirchliche
und auch gesellschaftliche Fragen. Foto: Jürgen Eden

Auch die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU) war nach Papenburg gekommen, um für die Initiative zu werben. „Frauen machen mehr als 50 Prozent in der Bevölkerung aus, aber das sieht man leider nicht in jedem Bereich, insbesondere in der Politik“, so die Ostfriesin. Auch im Deutschen Bundestag sei der Frauenanteil mit knapp über 30 Prozent zu gering. Hier seien gute Vorbilder, aber auch Gespräche und Ermutigungen hilfreich.

Diskussion überkirchliche Ämter

Birgit Mock, die Vizepräsidentin des Deutschen Frauenbunds machte zum Thema Weihe deutlich, dass es bei der Mitwirkung von Frauen in der katholischen Kirche noch viel Luft nach oben gebe. „Der Katholische Deutsche Frauenbund ist fest davon überzeugt, dass Frauen als Getaufte und Gefirmte den gleichen Auftrag haben, an der Verkündigung der Frohen Botschaft mitzuarbeiten. Das ist das, wo wir in unserer Kirche noch weiteren Handlungsbedarf sehen“, so Mock.

Dabei warf sie die Fragen auf, an welcher Stelle Frauen oder Laien predigen dürfen. „Uns ist es sehr wichtig, dass wir in der Verkündigung auch eigene Erfahrungen des Lebens für den Glauben weitergeben können.“

Am Abend zelebrierte Bischof Franz-Josef Bode den Abschlussgottesdienst in der St.-Antonius-­Kirche in Papenburg. Auch er machte deutlich, dass es bei der Besetzung von Ämtern durch Frauen noch viele Entwicklungsmöglichkeiten gebe.

Jürgen Eden