07.03.2018

Jugendgottesdienst im Haus Maria Frieden

Es ist „Halbzeitpause"

Beten, singen, sich austauschen – zwischen dem Ende der Arbeitswoche und dem Beginn des Wochenendes: Das ist der Jugendgottesdienst „Halbzeitpause“. Er bietet die Möglichkeit, zu Gott und zu sich selbst zu kommen.

Ohne Schuhe, auf Hockern im Kreis: Die „Halbzeitpause“ ist ein Gottesdienst für junge Leute. | Foto: Katharina Westphal

Ein normaler Wortgottesdienst: Es wird gebetet, gesungen, die Lesung gehört. Allerdings tragen die Teilnehmer Socken und sitzen auf Hockern im Kreis. Dann laufen sie durch den Raum und betrachten auf dem Boden liegende Fotos. In einer Phase der Stille schreibt jeder etwas auf kleine Zettel. Was ungewöhnlich aussieht, ist ein intensiver Gottesdienst. Es geht um jeden Einzelnen – und es geht um Gott.

Es ist „Halbzeitpause“ – so der Titel des monatlichen Jugendgottesdienstes im Haus Maria Frieden (HMF) Rulle. „Wie kann Glaube interessant werden?“, sei die Frage des Vorbereitungsteams gewesen, sagt Jugendreferentin Maren Klösener. Sie ist Jugendreferentin im HMF und in der Pfarreiengemeinschaft Wallenhorst. Zusammen mit Pastoralassistent Daniel Mittelstaedt (Bramsche) hat sie das Projekt ins Leben gerufen. An jedem dritten Freitag im Monat findet dieser Jugendgottesdienst statt. Organisiert wird er auch von Dominik Heggemann, Gemeindereferent in Wallenhorst. Unterstützung bekommt das Team von jungen Erwachsenen der Gemeinden und der örtlichen Verbände, wie zum Beispiel den Messdienern oder der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG).

Die Gestaltung ist „konsequent jugendlich“

„Uns fehlte ein spirituelles Angebot für die Jugend“, sagt Klösener. Jugendliche besuchen selten herkömmliche Gottesdienste. Die „Halbzeitpause“ spricht bewusst junge Leute an. Es geht um Themen, die sie beschäftigen. Die Gestaltung sei „konsequent jugendlich“, so Dominik Heggemann. Die Sprache ist frei und nicht floskelhaft. Musikalische Begleitung, Lesung und Impulse übernehmen die jungen Erwachsenen aus dem Vorbereitungsteam. Sie sitzen mit im Stuhlkreis. Dadurch bekommt das Ganze eine ungezwungene und persönliche Atmosphäre. Eine Art Gottesdienst, „in dem man sich nicht perfekt auskennen muss“, so Julia, eine der Teilnehmerinnen. Er soll eine Pause vor dem Wochenende sein, Gedankenimpulse geben.

Die üblichen Elemente des Gottesdienstes sind enthalten: Bibeltext, Lieder, Gebet, Segen. Wichtig sei aber der Impulsteil: Der soll „aktiv und persönlich sein“, so Klösener. Das schätzen die Jugendlichen. „So was ist besser, man bewegt sich“, sagt Lea, eine andere Teilnehmerin. Caroline gefällt, dass es „um die eigene Meinung geht und man nicht nur irgendwas nachsprechen muss“. Dieses Gefühl habe sie dagegen im normalen Gottesdienst.

Bei der „Halbzeitpause“ im Februar ging es um Fragen wie: Wo will ich hin? Bin ich zufrieden? Wer sind meine Vorbilder? Das Leben der Jugendlichen ist oft bestimmt von den Sozialen Medien. Auf einer einschlägigen Internetplattform veröffentlichen Prominente und Privatpersonen Fotos aus ihrem Leben.  

30 Minuten – eine kurze, aber wirkungsvolle Pause

„Was genau reizt uns an den Bildern?“, fragt Johanna, die zum Vorbereitungsteam gehört. „Alles sieht perfekt aus, man kann den Superstars nahe sein.“ Diese Bilder deprimierten aber schnell. Irgendwann frage man sich: Warum sieht mein Leben nicht so aus? Um perfekte Bilder zu bekommen, müssten diese bearbeitet werden, sagt Klösener. „Gott sieht und segnet uns so, wie wir sind.“ Es gehe darum, dem Druck nach dem perfekten Äußeren nicht nachzugeben. Zu wissen, dass jeder mit seinen Stärken und Schwächen von Gott geliebt sei. Die Jugendlichen dürfen auf Zetteln notieren, was sie besonders macht und worauf sie stolz sind. Lars am Klavier spielt leise das Lied „Perfect“ des britischen Sängers Ed Sheeran. Er besingt eine Person, die für ihn perfekt und wunderbar ist, so wie sie ist.

Der Gottesdienst dauert dreißig Minuten – eine kurze, aber wirkungsvolle Pause. „Wir wollen weniger die Jugendlichen zum Gottesdienst bringen, als vielmehr Glauben in den Alltag der Jugendlichen integrieren“, fasst Klösener zusammen.

Katharina Westphal

Die „Halbzeitpause“ findet jeden dritten Freitag im Monat um 19.30 Uhr in der Kapelle von Haus Maria Frieden in Rulle (Klosterstraße 13) statt. Die nächsten Termine: 16. März, 20. April, 18. Mai und 15. Juni.