07.03.2018

Vorbereitung auf die Erstkommunion

Gemeinsam auf dem Weg sein

Die Vorbereitung auf die Erstkommunion fällt für Familien mitten in den Alltag. Obwohl sie es möchten, fühlen sich viele von ihnen überfordert, diese Zeit intensiv zu begleiten. Aber auch ohne großen Zeitaufwand können Eltern und  Großeltern mit einfachen Mitteln diesen Weg prägen.

Für Kinder, aber auch für Erwachsene kann der Weg zur
Erstkommunion eine große Bereicherung sein. | Foto: istockphoto

Zeit schenken und offen sein:
Sich Zeit nehmen für ein gemeinsames Buch oder Spiel, für Betrachtungen und Überlegungen, für kleine Erlebnisse und Spontangespräche – das kann jeder. Denn Kinder fragen plötzlich, „zwischen Tür und Angel“. Auch nach Gott und dem Glauben. Diese Momente des Austausches sollten Eltern und Großeltern nutzen, offen und hellhörig sein, auf die Fragen eingehen. Das vermittelt den Kindern: Gott hat Zeit für uns, er ist für uns da. Auch wir haben Zeit füreinander, sind füreinander da. Das müssen keine großen Aktionen sein. So erfahren Kinder Nähe und Präsenz.

Schwerpunkte setzen:
Viele Familien wirken heute gehetzt, sind oft zeitlich und mit den Kräften an der Grenze ihrer Möglichkeiten. Der Mut, zu entscheiden, Schwerpunkte zu setzen, auch einmal etwas wegzulassen oder mit weniger Energie zu betreiben, fällt vielen schwer. Die Vorbereitung auf die Erstkommunion fällt mitten in diesen Alltag. In der Regel dauert sie etwa ein halbes Jahr, in manchen Gemeinden ein wenig länger. Eltern sollten nicht meinen, sie müssten in dieser Zeit noch mehr „tun“, sondern vielmehr Dinge vertiefen: zum Beispiel bewusster mit den Kindern leben, eine neue Sonntagskultur in der Familie gestalten, den Sonntag als Unterbrechung und nicht als Steigerung der Werktage mit noch mehr Aktionen und Terminen leben.

Kinder zum Gottesdienst begleiten:
Die Kommunionvorbereitung ist auch eine Eucharistievorbereitung. Die Eucharistiefeier lebt vom Mitmachen, Abgucken, vom langsamen Vertrautwerden. Ohne Praxis bleibt das Ganze schwer zu vermitteln. Familien sollten daher den Mut haben, die Kinder zum Gottesdienst zu begleiten. In fast allen Gemeinden gibt es regelmäßig Angebote für Familien mit Kindern, in der Erstkommunionkatechese wird auf diese Angebote auch hingewiesen. Familien sollten sich am Sonntag bewusst dafür Zeit einräumen, sie könnten sich hierzu auch mit anderen Familien verabreden, damit die Kinder auch ihre Freunde dort treffen. Denn es ist wichtig, dass sie auch ein Gefühl von Gemeinschaft im Gottesdienst erleben. Das geschieht auch, wenn sie sich zum Beispiel um den Altar versammeln und sich zum Vaterunser die Hände reichen.

Impulse aus der Katechese zu Hause aufgreifen:
Egal, ob die Eltern in der Vorbereitungszeit als Katecheten aktiv sind oder nicht: Die Impulse aus der Katechse, den Vorbereitungsstunden oder -nachmittagen, sollten Familien auch zu Hause aufgreifen und vertiefen. So kann zum Beispiel ein gestalteter Gebetswürfel auch bei Tisch und auf der Bettkante eingesetzt oder am Abend ein Segensgebet gesprochen werden. Eltern, Großeltern und Kinder können sich als kleines Ritual gegenseitig segnen, nachfragen, was in der Katechese besprochen wurde und die „Schatzkiste“ oder die Mappe mit Zeichen und Themen aus der Vorbereitung  immer mal wieder zur Hand nehmen und schauen, was darin zu finden ist. Mütter und Väter haben bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion eine zentrale Bedeutung. Was sie ihrem Kind zu Hause vermitteln, ist unersetzlich.

Den eigenen Glauben hinterfragen:
Um auf die Fragen der Kinder eingehen zu können, sollten Eltern und Großeltern sich auch mit ihrem eigenen Glauben beschäftigen. Hier kann die Zeit der Erstkommunionvorbereitung auch eine Chance sein, selber zu wachsen und sich mit eigenen Fragen und Glaubenserfahrungen zu beschäftigen. Dabei sollten die Erwachsenen keine Angst haben, die Fragen nicht richtig beantworten zu können. Es geht nicht um abrufbares Fachwissen, sondern um Glaubwürdigkeit und eine ehrliche Suche nach Antworten. Auf diese Suche können sich Kinder und Erwachsene gemeinsam begeben. Hier kann auch den Großeltern eine besondere Rolle zufallen, da sie in der Regel mehr Zeit für Gespräche und oft einen reichen Fundus an Glaubenserfahrungen haben. So können auch die Erwachsenen von dieser Vorbereitungszeit profitieren – eine große Chance für alle.

Das Fest gut vorbereiten:
Bei allen Bemühungen um Perfektion sollten die Eltern eines im Blick behalten: Im Mittelpunkt des Festes steht das Kommunionkind. Es ist sein großes Fest. So ist zu überlegen, ob neben der Familie auch Freunde des Kindes kommen dürfen. Zur Erinnerung an das Fest kann ein Gästebuch herumgereicht oder ein Buch gestaltet werden. Diese Aktion muss von einer Person koordiniert werden. Dazu fertigt jeder Gast im Vorfeld eine Din-A-4-Seite mit persönlichen Wünschen für das Kommunionkind an. Es darf gemalt, geklebt und gebastelt werden. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Am Ende alle Seiten lochen und mit einem Schleifenband zu einem Buch zusammenbinden.

Nach der Erstkommunion gelassen bleiben und vertrauen:
Nach dem Fest lohnt es sich, zu schauen, ob und wie es für das Kind in der Gemeinde weitergehen kann. Will es Messdiener werden? Oder ins Zeltlager mitfahren? Zur Gruppenstunde gehen? Regelmäßig den Gottesdienst besuchen? Auch hier ist es gut, keinen Druck auszuüben und in Ruhe zu schauen, was das Kind möchte, was für das Kind passt. Eltern und Katecheten sollten darauf vertrauen, dass die guten Erfahrungen aus der Vorbereitungszeit bleiben und ihre Wurzeln schlagen – irgendwann.

Astrid Fleute